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Für die Ohren

Der Soundtrack für den Herbst – von Missy rezensiert.

17.10.19 > Musik

 

Bat For Lashes
Lost Girls
AWAL Recordings / Roughtrade

Vor Retrowellen gibt es kein Entrinnen. Insbesondere ein Jahrzehnt gibt derzeit den Ton an: Ob modisch oder in Serien wie „Stranger Things“ bestimmen die 1980er popkulturelle Diskurse. Elektropop, der klingt wie der Soundtrack zu einem Film aus dieser Sehnsuchtsära, liefert Natasha Khan aka Bat For Lashes mit dem neuen Album „Lost Girls“.
Ihre Produktionen sind immer Gesamtkunstwerke, erinnert man sich ans Video zu ihrem Hit „What’s A Girl To Do“, in dem sie mit einer als Tiere maskierten Gang durch nächtliche Wälder radelt. Natasha Khan verbindet auf „Lost Girls“ Sounds, die sie begleiteten: melancholische Synthieklänge, persische Popbeats und kaskadenförmige Refrains. Dazu erschafft sie erneut Persönlichkeiten, durch die sie Geschichten erzählt, immer weiblich, immer tough, dennoch verletzlich. Es sind ebenjene „Lost Girls“, die sich ihren Weg durc den urbanen Dschungel ebnen, wie in der opulenten Single „Kids In The Dark“.  Ruhiger wird es bei „Vampires“, der Beat schleppt sich, ein Saxofon weint – und dann kommen diese unwiderstehlichen 1980er-Keyboardsounds und machen aus dem Instrumentaltrack einen echten Hit. Ein Album, das vom ersten bis zum letzten Ton mit Erwartungen spielt – und das Zeug zum Klassiker hat. Michaela Drenovaković

 

Gaddafi Gals
Temple
3-Headed Monster Posse / RecordJet
♣ VÖ: 27.09.

Schallplattenknistern, tiefe Bässe, kickende Beats, flirrende Synthies, obskure Samples, Gesang und Rap. „Temple“, das erste Album der Gaddafi Gals, liefert futuristische sowie nostalgische Klänge mit Cloudrap- und Trap-Elementen, aber auch ganz klassischen Hip Hop-Drums. Gaddafi Gals (und Boy), das sind slimgirl fat, walter p99 arke$stra und blaqtea aka Ebow. Seit 2016 ist das Trio aus München zusammen musikalisch unterwegs und mischt mit seinem einzigartigen Sound Deutsch- lands HipHop-Szene auf. Im Vergleich zu der gehypten Vorgänger-EP „The Death Of Papi“ sind die Vocals von blaqtea und slimgirl fat auf „Temple“ sogar noch üppiger vorhanden.

Es geht um Begehren, Liebe, Sex, Herzschmerz, das Internet Peugeot Coupés, Mitsubishis (denn wer braucht schon Ferraris?) und Birth Charts: „You wanna go downtown in my Mitsubishi ( … ) / You wanna kiss me in my Mitsubishi ( … ) / Read my birth chart to me, my planet / Show me your tumblr, love your aesthetics.“ Mit dem zitierten Track „Mitsubishi“ und besonders auch mit „Temple Of Love“, „Skimask“ und „Hit On Me“ ist Gaddafi Gals ein grandioses Debütalbum gelungen, das beim Zuhören Emotionen von Freude bis Trauer auslöst. Die Zukunft ist queer, soft, hybrid, antipatriarchal und klingt auch so! Lisa Tracy Michalik

 

Chastity Belt
Chastity Belt
Hardly Art / Sub Pop ♣ VÖ: 20.09.

Wer sein viertes Album nach sich selbst benennt, setzt ein Statement. Wäre…

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