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Wir machen weiter

Vier Aktivist*innen erzählen, wie sie sich in Sachsen gegen den Hass einsetzen, der ihnen täglich begegnet.

20.11.19 > Inland,

Protokolle: Ulla Heinrich
Transkription: Josephine Papke

Jemileh ist 49 Jahre alt, lebt in Dresden und kommt aus dem Iran.
Bevor ich vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen bin, habe ich im Iran, im Irak und in Griechenland mit Frauen gearbeitet und mich für Frauenrechte engagiert. Im Iran war die Hilfe, die ich Frauen angeboten habe, verboten. In der Unterkunft für Geflüchtete, in der ich zuerst in Kamenz mit meinen beiden Kindern gelebt habe, habe ich bereits eine Frauengruppe gegründet, da ich gesehen habe, wie schlecht es den Frauen dort ging. In Dresden habe ich mit anderen Frauen aus dem Iran eine internationale Frauengruppe gegründet. Bei uns sind alle Frauen willkommen, wir sind mittlerweile über vierzig Personen, persische Frauen, kurdische Frauen, Frauen aus den USA, aus Deutschland und Afghanistan. Es gibt Probleme, die sind für alle Frauen auf der Welt gleich. Für die Gruppe haben wir ausländische Frauen in der Straßenbahn angesprochen, in den verschiedenen religiösen Gemeinden und in den atheistischen Communitys. Die geflüchteten Frauen in Dresden müssen rauskommen aus den Heimen, auch aus den engen

Familienzusammenhängen und sollen Leute und Stadt kennenlernen. Mit unserer Gruppe möchten wir Frauen empowern, ihnen helfen, eigene Entscheidungen zu treffen, motiviert zu sein und glücklicher zu werden. Wir organisieren Ausflüge, machen Gesprächsangebote und unterstützen uns gegenseitig bei Behördenangelegenheiten. Wir haben leider keinen eigenen Raum, aber wir treffen uns trotzdem jeden Monat, manchmal in der Bibliothek, in Parks und beim Internationalistischen Zentrum. Ich selbst besuche in Dresden die Sprachschule. Deutsche Grammatik fällt mir schwer, aber ich möchte schnell lernen. Mit meinem Aufenthaltsstatus kann ich nicht wählen. Dafür habe ich selbst für den Ausländerbeirat kandidiert. Den Rassismus in Dresden spürt man deutlich, aber das ist nicht wichtig für mich. In Sachsen gibt es viele Menschen, die die AfD wählen, aber es gibt auch Leute, die anderen helfen. Bei der #unteilbar-Demonstration haben wir gesehen, dass wir viele sind. Das war für uns Ausländer*innen hier ein wichtiges Zeichen. Mein Zie…

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