Von Sonja Eismann

Das Museum kauft das nicht“, steht in schnörkeliger Schrift neben einem grau-orangefarbenen Objekt, das aussieht wie eine cute Emmentalerscheibe aus Hayao Miyazakis berühmtem Anime „Totoro“. Am linken unteren Ende von Lily van der Stokkers gewohnt raumgreifender Wandmalerei aus dem Jahr 2009 findet sich, fast versteckt und viel kleiner, die zaghaft unterstrichene Aufforderung „Kauft das jetzt“. Die 1954 in Den Bosch geborene und heute in New York und Amsterdam lebende Künstlerin weist damit auf das zentrale Dilemma unkonventionellen, häufig weiblichen Kunstschaffens hin: Wer mit innovativen Formen experimentiert, wie van der Stokker mit ihren knallbunten, riesigen Wandmalereien, die sich mitunter mit dreidimensionalen, möbelartigen Objekten

im Ausstellungsraum verbinden, verdient auf dem Kunstmarkt meist deutlich weniger Geld als vermeintlich genialische Maler, deren gerahmte Werke von solventen Sammlern repräsentativ über den Schreibtisch gehängt werden können. „Interesting work“, kommentiert sich eines ihrer Wandbilder, das aussieht wie ein fluffiger, mit Blumen verzierter Berg aus rosa Zuckerwatte, folglich selbst. Nur um dann, in kleinerer Schrift und in unauffälligerer Farbe, fortzufahren: „it costs around $ 15,000. – but Wallpaintings are hard to sell“.
 Auch wenn immer mal wieder postuliert wird, van der Stokkers Werk sei frei von Ironie, sind es doch diese im Ton vermeintlicher Naivität geäußerten Statements, die die Mechanismen des Kunstmarkts auf den Punkt bringen und mit viel Witz sezieren.

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