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Gespaltene Communitys

Zwei Frauen über die Schwierigkeiten eines antirassistischen Aktivismus in Sachsen.

06.12.19 > Inland,

Von Sarah Ulrich
Fotos: Lena Kunz

Inmitten städtischer Geschäftigkeit aus ratternden Straßenbahnen und eilenden Menschen liegt ein Rückzugsort für migrantische und geflüchtete Frauen hinter unscheinbaren Schaufenstern versteckt. Es ist ein Ort des Austauschs, der Vernetzung, des Empowerments: das Büro des Leipziger Ablegers von DaMigra, dem 2014 gegründeten Dachverband der Migrantinnenorganisationen. Delia Youssef ist eine der vier Angestellten. Aufgeregt führt sie durch die Räume des Verbands. In der Küche stehen liebevoll präparierte Snacks bereit, die Mülleimer sind für alle Sprachen verständlich mit Piktogrammen beschriftet. Im Büro hängt ein gelbes Plakat mit der Aufschrift „Ich bin wie du“. Eine Teilnehmerin hat es für den gemeinsamen Block bei der #unteilbar-Demo im Sommer gemalt. Zu jeder Veranstaltung von DaMigra wird eine kostenlose Kinderbetreuung angeboten, um möglichst vielen Frauen die Teilnahme zu ermöglichen. Monatlich finden Frauencafés statt, regelmäßig Workshops oder Projekttreffen.

Heute trifft sich im Workshopraum das Projekt Nuestra Voz. Rund ein Dutzend geflüchtete Frauen haben sich in dem Zimmer mit den großen Fenstern zu einer Textildruck- und

Nähwerkstatt zusammengefunden. Sie nähen Umhängetaschen, auf denen die Umrisse dreier Frauen gedruckt sind. Darüber steht ,,Fuerza.Kraft“, darunter ,,Migrat/cion“. Es ist eines der vielen selbstorganisierten Mikroprojekte, die DaMigra unterstützt. Die Struktur des migrantischen Dachverbands bietet unterschiedliche lokalspezifische Angebote für geflüchtete und migrantische Frauen. In Leipzig sind es derzeit das von Delia koordinierte „MUT- Macherinnen*-Projekt“ und das Projekt für gleichberechtige politische Teilhabe. Hinzu kommen zahlreiche Projekte von Ehrenamtlichen.

DaMigra agiert seit 2014 als bundesweiter herkunftsunabhängiger und frauenspezifischer Dachverband und versteht sich als Sprachrohr und Repräsentantin von über siebzig Migrant*innenorganisationen. Zur Arbeit zählen Veranstaltungen, Workshops und Qualifizierung, aber auch niedrigschwellige Angebote wie Fahrrad- oder Schwimmkurse. Der Fokus liegt auf aktiver politischer, gesellschaftlicher und soziokultureller Teilhabe. „Empowerment hat vi…

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