Seitennavigation Katze Theater
Seitennavigation Menu IconMENU
Seitennavigation Search Icon

Lust auf weirde Existenzen

Junge Regisseurinnen entwickeln utopische Spielräume an der Berliner Volksbühne.

21.01.20 > Theater

Interview: Anna Opel
Fotos: Juliette Moarbes

Ihr inszeniert in dieser Spielzeit beide an der Volksbühne. Wie habt ihr euch kennengelernt?
Pınar Karabulut: Während meiner Proben zu „Die Hand ist ein einsamer Jäger“ von Katja Brunner im Mai letzten Jahres war Lucia auch gerade im Haus. Mich hat ihre Meinung als Regisseurin interessiert, da habe ich sie zu einer Probe eingeladen. Ich freue mich immer, wenn mir andere Künstler*innen ihre Lesarten beschreiben. Das wünsche ich mir generell mehr für den Theaterbetrieb: mit offenen Türen zu probieren.
Lucia Bihler: Ich hatte zu der Zeit gerade das Angebot erhalten, als Regisseurin fest ans Haus zu kommen. Über Pınars Einladung habe ich mich sehr gefreut, weil ich das selbst mit Kolleg*innen an den jeweiligen Häusern und mit befreundeten Künstler*innen praktiziere. Kritik ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Arbeit am Theater.

Kulturstory, Volksbühne, Missy Magazine 01/20
©Juliette Moarbes

Wie geht es euch an der Volksbühne? Wirkt der Castorf-Spirit noch nach?
PK: Ich fühle mich hier sehr wohl. Es herrscht ein positiver Spirit. Gewerke, Technik und

Kunst begegnen sich mit Respekt. Zu meiner Konzeptionsprobe, zu der an anderen Häusern nur die direkt Beteiligten einer Produktion kommen, kamen hier Vertreter*innen aus allen Abteilungen. Das waren fast sechzig Leute.
LB: Das Haus befindet sich weiterhin im Umbruch, das ist eine tolle Zeit: Wir agieren aktuell unter dem Radar, bis Pollesch 2021 die Intendanz übernimmt. Es gibt wenig Druck, dafür Freiräume, guten Kontakt zu den Kolleg*innen. Ich kann mich auf meine Arbeit als Künstlerin konzentrieren.

Lucia, was bedeutet es konkret, dass du Teil der Leitung bist?
LB: Für mich heißt das erst mal, dass ich die Strukturen besser kennenlerne und damit größere Chancen habe, etwas zu verändern. Als Hausregisseurin kann ich mir anders Gehör verschaffen, Vorschläge einbringen und Fragen stellen: Welche Inhalte verhandeln wir? Wie kommunizieren wir miteinander? Wie können wir an unseren blinden Flecken arbeiten?

Die eigene Handschrift entwickeln, sie durchsetz…

Jetzt unabhängige, feministische Berichterstattung unterstützen und ein Missy-Abo abschließen.

Beitragsnavigation