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Vom guten Leben reden

Wenn es um neue Erzählungen der Welt von morgen geht, müssen wir alte Wörter und Denkweisen ablegen.

02.03.20 > Kommentare

Von Julia Fritzsche

Die Gegenwart ist bedrängend. Aus dem Globalen Süden fliehen so viele Menschen wie nie zuvor – vor Bomben, Anschlägen, Hunger, Versklavung und Klimakatastrophen, die ihnen den Boden unterm Arsch wegschwemmen. Und auch im Globalen Norden sind Glück, Gesundheit und Leben bedroht – von Armut, Wohnungslosigkeit, geschlossenen Notaufnahmen, Femiziden, rechtsextremen Morden und einer europaweit jährlichen halben Million frühzeitigen Todesfällen durch vergiftete Luft. Was wie eine Dystopie klingt, ist längst Realität. Brauchen wir einen Ausweg aus dieser Gegenwart? Ja. Helfen dazu noch dystopischere Dystopien wie die Warnung vor einer AfD-Regierung, das Beschwören des baldigen Eintretens des Klima-Kipppunkts oder Fiktionen wie die einer Welt versklavter Frauen in Margaret Atwoods „Report der Magd“? Als Warnung, ja. Zum Aufwecken, ja. Was wir aber eigentlich brauchen, ist ein eigener Entwurf für ein gutes Leben. Eine eigene Erzählung.

©Barbara Lüdde

Das veranschaulicht ein Gedankenexperiment der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling, die sich mit politischen „Frames“ (Rahmen) beschäftigt, also der Frage, welche Bilder wir hervorrufen, wenn wir bestimmte politische Begriffe benutzen. Das Gedankenexperiment soll belegen, dass unser Gehirn das Wort „nicht“ nicht denken kann. Hier ist es: „Lies bitte folgenden Satz: Denke jetzt nicht an die grauen Haare von Barack Obama. Ende des Experiments.“ Hast du an die grauen Haare von Barack Obama gedacht? Wenn ja, dann geht es dir wie fast allen. Wir denken an die grauen Haare von Barack Obama, obwohl wir es nicht tun sollen (und obwohl wir wissen, wie das Experiment ausgehen soll, und es torpedieren könnten). Doch fast immer: fail. Unser Gehirn den…

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