Lieblingsstreberin: Sarah Ziegler

Trotz einer schweren Jugend schafft Sarah Ziegler es sich zu emanzipieren und die Lindenstraße zu verlassen.

16.03.20 > Film & Serien

Von Anna Mayrhauser

Es ist der Tag der Beerdigung ihres Ziehvaters Hans Beimer. Sarah kümmert sich um alles: macht ihrer Mutter, die nicht aufstehen will und sich weigert, die Beerdigung zu besuchen, Kaffee. Legt ihr die Klamotten raus. Begrüßt ihre anreisenden jüngeren Geschwister.

©Lina Ehrentraut

Symptomatisch für Sarah Ziegler (vom Baby bis zur Erwachsenen dargestellt von Julia Stark), die 1987 als erste Tochter von Anna Ziegler in die „Lindenstraße“ hineingeboren

wird. Denn wie allen Kindern, die in der am längsten laufenden Serie der deutschen Fernsehgeschichte aufwachsen – fast 35 Jahre lang erzählte die „Lindenstraße“ Sonntagabend in der ARD vom eng miteinander verwobenen Leben der Bewohner*innen einer Münchner Straße und bildete eine traute Gemeinschaft mit „Tatort“, „Tagesschau“ und „Deutscher Fernsehlotterie“ –, wird Sarah einiges aufgebürdet.

Ihren biologischen Vater, den gewalttätigen ersten Ehemann ihrer Mutter, lernt sie nie kennen. Dafür findet sie ihren wahren Vater im zweiten Mann ihrer Mutter: Hans Beimer. Aufgewachsen im engen Umfeld der „Lindenstraßen“-Dynastien Beimer, Ziegler und Zenker, die sich nach außen kleinbürgerlich solide geben, bei denen es jedoch meist ziemlich chaotisch zugeht, weiß Sarah bald, dass man sich auf Erwachsene nicht verlassen kann. Als Älteste von fünf Geschwistern übernimmt sie früh Verantwortung für ihre stets etwas labilen Eltern. Sarah kämpft während der Pubertät mit einer Essstörung, ihre Mut…

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