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Die Durststrecke

Unsere Kolumnistin ist genervt von feministischen Debatten, die sich seit Jahren wiederholen.

17.03.20 > Aktivismus,

Von Nadia Shehadeh
Illustration: Chau Luong

Es ist mehr als ein halbes Jahrzehnt her, da schrieb ich bereits über einen sehr beklagenswerten Zustand: das Feminist Boreout. Es war Frühling und Feminismus langweilte mich so sehr, dass ich tage-, wochen-, ja monatelang alles Mögliche viel lieber tat, als mich an feministischen Debatten zu beteiligen – geschweige denn, diese überhaupt zu verfolgen. Viel lieber verbrachte ich die Zeit damit, alte Kinderserien aus den 1980er-

Jahren zu streamen und dabei Fruchtgummis zu essen.

Ab und zu warf ich gelangweilt einen Blick in die üblich verdächtigen Ecken des Internets, nur um auf nervige Buchneuerscheinungen, ödes Gelaber von Bürgi-Feminist*innen und problematische Kampagnen zu stoßen. „Tussikratie: Warum Frauen nichts falsch und Männer nichts richtig machen können“ erschien damals, ein Buch, über das – aus guten Gründen – heute niemand mehr redet. Die Organisation Pinkstinks steckte derweil in der „Rosa ist böse!“-Denkfalle fest. Manche Feminist*innen fanden es das Nonplusultra an Radikalität, ab und zu das Wort „Rassismus“ zu droppen. Jeden verdammten Tag passierte dasselbe in feministischen Auseinandersetzungen, es war wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, in dem Bill Murray und Andie MacDowell Hunderte Male denselben Tag erleben. Ich überlegte, aus der feministischen Bubble auszusteigen, aber wohin mit mir? Die YouTube-Schmink-Bubble reizte mich, aber ich konnte nicht mit Video-Equipment umgehen,…


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