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In sich hinein wachsen

Das Debütalbum „Boys Toys“ des Rappers Mavi Phoenix ist eine Ode ans Dasein als selbst proklamierter Freak.

17.03.20 > Musik

Von: Gabriela Kielhorn
Foto: Elizaveta Porodina

Alles begann mit einem Laptop und einer Vorliebe für US-amerikanische Musik. Schon an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend im oberösterreichischen Linz weiß Mavi Phoenix: Er möchte die Musik zu seinem Beruf machen. Also beginnt er, im Kinderzimmer erste Beats zu produzieren, englische Texte zu schreiben und geliebte Künstler*innen zu imitieren. Der Drang nach mehr Kunst und der weiten Welt macht einsam – die Kindheit in der biederen, in Österreich lange Zeit als trist verrufenen Industriestadt Linz lässt ihn isoliert zurück. „Schon damals wusste ich, dass ich anders bin“, reflektiert Phoenix bei unserem Interview am anderen Ende der Telefonleitung. Gleichzeitig bestärkt ihn die Isolation, Musik zu machen und Lieder zu schreiben. Womöglich bot sie den perfekten Nährboden für seine Kunst – mit einer gehörigen Portion Teenage Angst.

Missy 02/20
© Elizaveta Porodina

2016 gelingt der vorläufige Durchbruch mit „Quiet“ gemeinsam mit dem Produzenten Alex The Flipper. Mavi Phoenix scheint der österreichische Popstar der Stunde zu sein – mit ein paar Ecken und Kanten, einem stark ausgeprägten Bezug zur US-Szene und einem bezaubernd unverstellten oberösterreichischen Dialekt.

Auch allerhand männliche Kulturschaffende jenseits der fünfzig sind sich einig: Da gibt es was zu reißen. Phoenix wird schnell zum Liebling der österreichischen Popindustrie, spielt auf allen namhaften größeren Festivals und gewinnt 2019 den Amadeus Austrian Music Award, den wichtigsten Musikpreis des Landes. Der Grundstein für die Brücke vom Millennial-Phänomen zur festen Größe im deutschsprachigen Popbetrieb ist gelegt.

Sein Sound, der zwischen HipHop und Pop liegt, arbeitet sich referenziell an zeitgenössi- schem US-Rap wie dem von Travis Scott oder Tyler, the Creator und Einflüssen von 90er-Rock ab. Er gliedert sich damit – zumindest mit den ersten EPs – in die Tradition einer spielerischen Unvermitteltheit des Bedroom Producing, der eigenständigen Musikproduktion am Laptop, ein. Nun erscheint sein Debütalbum „Boys Toys“. Phoenix konzentrierte sich bis dato vorwiegend auf die Arbeit an den EPs und einzelnen Releases,

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