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Jagd nach unheimlichen Idealen

Alexandra Bachzetsis spielt in ihrer Performance „Chasing A Ghost“ mit binären Körperbildern und Entfremdung.

17.03.20 > Theater

Interview: Annette Walter
Foto: Mathilde Agius

Wie thematisierst du in deiner Arbeit „Chasing A Ghost“ den weiblichen und männlichen Körper?
Ich arbeite mit der Illusion einer idealen Vorstellung des Körpers und den utopischen Beziehungen, in die die Körper verwickelt sind. Meine Fragestellung richtet sich auf das Unheimliche, das einst Vertraute, das verdrängt wurde, das aber in entfremdeter, grotesker Form zurückkehrt. Die verschiedenen, wechselnden Paarkonstellationen in meinem Stück stehen für die nicht überwindbare Entfremdung in Liebesbeziehungen und die Wiederholbarkeit der routinierten Gesten, die dabei zutage treten und auch wiederum zur Entfremdung führen. Ich beschäftige mich mit dem Thema der Dualität in Gesten, Körpern, im Erscheinungsbild und auch in der Emotionalität der einzelnen Individuen.

@Mathilde Agius

Inwiefern brichst du die Binarität zwischen männlich und weiblich auf?
In meiner Arbeit werden die Grenzen der Binarität ausgelotet und ihrer Unzeitlichkeit überführt. Ich glaube nicht an die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich, weshalb ich ihre herkömmliche Konnotation innerhalb der Versuchsanordnung von „Chasing A Ghost“ sozusagen entfremde.

Welche Werke aus Popkultur, Kunstgeschichte oder anderen Disziplinen haben dich beeinflusst?
Das Musikkonzept beruht auf der Idee, ein analoges DJ-Set auf zwei Flügeln zu spielen. Indem die Pianisten während der Performance anwesend sind und diese repetitive Musik selber mit großem physischen Aufwand produzieren, ergibt sich gleichzeitig ein intensives Konzert. Weitere Einflüsse waren z.B. das Theaterstück „Reigen“ von Arthur Schnitzler. Der Titel „Chasing A Ghost“‘ erklärt sich in gewissem Sinne durch die Dramaturgie von Schnitzlers Stück, das eine Paarkonstellation beschreibt, bei der die Protagonist*innen in permanenter emotionaler Eile sind und somit einem unmöglichen Ideal nachjagen. Aber auch „Das Unheimliche“ von Sigmund Freud, das die Arbeit inhaltlich strukturiert hat, sowie „The Shining“ von Stanley Kubrick. Das war besonders für die ikonische Repräsentation der Zwillinge wichtig wie auch für die visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema des Doppelgängers …

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