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Plastik in geil

Der böse Kunststoff in unserer Kleidung wird schnell als Übeltäter ausgemacht. Modedesignprof erklärt, warum

18.03.20 >

Interview: Sonja Eismann

Wieso ist so viel Plastik in unserer Kleidung?
Naturfasern und -stoffe sind endlich. Weil die Nachfrage nach neuer Kleidung immer größer wird, wächst seit einigen Jahren der Markt für synthetische Faserstoffe, besonders für Polyester.

©Shutterstock/Alba_alioth

Bei Polyester denken viele sofort an Fast Fashion und billige, schweißtreibende Materialien.
Der Hauptgrund für den immensen Einsatz von Polyester ist schlicht, dass es sehr viele gute Eigenschaften hat: Es ist preiswert in der Herstellung, leicht, formstabil, trocknet schnell und kann gut Feuchtigkeit transportieren.

Kunststoffe und damit auch Polyester werden aus Erdöl hergestellt – ist das nicht ein großes Problem?
Es wird gerade bei Textilien sehr negativ auf die Erdölthematik reagiert. Aber wenn man sich genau ansieht, wie viel vom weltweiten Erdölverbrauch in die Faserherstellung geht, ist das weniger als ein Prozent. Trotzdem ist die Verwendung von „Virgin Plastic“ oder „Virgin Polyester“, wie das ganz neue Material genannt wird, nicht wünschenswert. Daher gibt es rPET, also recyceltes Polyester. Das Problem ist nur, dass wir hier nicht von recycelten Textilien sprechen, sondern von downgecycelten PET-Plastikflaschen. Da es im Moment einen Run darauf gibt und nur ein Bruchteil der gebrauchten Flaschen geeignet ist, gibt es tatsächlich eher zu wenig davon. Das hat schon dazu geführt, dass in China und anderen Ländern extra Flaschen hergestellt werden, die unbenutzt geschreddert werden, nur um sagen zu können, dass ein Kleidungsstück aus rPET hergestellt wurde: Das ist natürlich nicht Sinn der Sa…


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