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„Wir können die Zeit einfrieren“

Lyra Pramuk begreift elektronische Musik auf ihrem Debütalbum „Fountain“ als genauso fluid wie Geschlecht.

18.03.20 > Musik

Interview: Nadine Schildhauer

Eine der auffälligsten Soundtechniken deines Albums ist das Looping. Was bedeutet das für dich?
Looping ist ein integraler Bestandteil elektronischer und experimenteller Musik. Es geht um die Idee, Ton auf ein Objekt aufzunehmen, zu wiederholen, zu schneiden und sich auf einen Zeitabschnitt zu konzentrieren. Der Klang wird selbst zum Objekt. Musikaufnahmen gehen historisch auf die Tonbandmusik und den französischen Komponisten Pierre Schaeffer und dessen Kompositionstechnik Musique concrète zurück. Wir können damit die Zeit einfrieren und den Ton in einer digitalen Audioworkstation wiederholen. Die Datei – egal, ob Vinyl, Tonband oder MP3 – wird zum Artefakt, das verschiedene abstrakte

musikalische Qualitäten annimmt.

©George Nebieridze

Kannst du näher erklären, was du unter „Musik als Objekt“ verstehst?
Soundmaterial ist für mich wie Lehm. Mit Softwareprogrammen habe ich die Möglichkeit, ein Geräusch wie sssschhhhh so zu filtern, dass es wie ein Schlaginstrument klingt. Elektronische Musik bedeutet für mich grenzenloses Potenzial, Dinge zu formen und zu gestalten. Das ist für mich Magie.

Siehst du dich historisch in einer Reihe mit experimentellen Musiker*innen?
In den letzten Jahren dachte ich, dass ich dieses seltsame Kind bin, das klassische Musik studiert hat und viele Jahre damit verbracht hat, am Computer Musik zu machen. Ich fühle mich nicht wirklic…

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