10 Quarantäne „Rezepte“ für Non-Foodies

Unsere Redakteurin steht nicht auf Kochen, aber auf Essen. Hier teilt sie ihre 10 liebsten „Rezepte“.

10.04.20 > Netzkolumne

Von Marie Serah Ebcinoglu

Ich koche nicht gerne. Essen mag ich. Wenn ich aber nach einem langen Tag zu Hause ankomme, dann bin ich entweder zu erschöpft oder schlicht zu hungrig für eine Koch-Aktion. Viele meiner Freund*innen zelebrieren es, sich aus frischen Zutaten selbst eine Mahlzeit zuzubereiten und ich verstehe das auch. Man fühlt sich direkt wholesome und es ist gut für die Seele. Aber ich teile diese Leidenschaft einfach nicht.

Meine Eltern waren auch wirklich keine Inspiration in der Hinsicht. „Ich hab‘ Hunger!“. „Serah, wieso hast du denn Hunger? Wir haben doch Obst im Kühlschrank!“ Also das triggert mich und meine Schwester echt bis heute. Wer will denn Obst, wenn man hungrig ist. Gelernt, wie man sich schnell mal etwas Abwechslungsreiches kocht, haben wir so halt auch nicht wirklich.

Jetzt ist aber Folgendes passiert: ich sitze in der dritten Woche Selbstisolation und mir ist zwischen Home-Office und der vierten Partie Backgammon gegen mich selbst so langweilig geworden, dass ich überdurchschnittlich oft in den Supermarkt tigere. Und da raste ich jedes Mal vor dem Bio-Regal aus. Essen kaufen, Essen kochen und Essen essen ist momentan das Einzige, worauf ich mich jeden Tag wirklich freue. Es vertreibt Zeit und es ist viel besser für meine Psyche, als mir das fünfte Brot zu schmieren. Dabei liebe ich Brot, da bin ich ja ganz deutsch.

Auf Instagram habe ich gesehen, dass eine erhöhte Nachfrage für Rezepte besteht. Deswegen schmeiße ich jetzt auch mal meine und die, die ich gesehen und für gut befunden habe, in den Ring.

Ein kleiner Disclaimer: Es bleibt basic. Diese ganzen „Jamie-Oliver-15-Minuten-Rezepte“ die dann 45 Minuten Zubereitung, eine Stunde aufräumen und 100 Euro Anschaffungskosten verschlingen, machen mich wahnsinnig und erzeugen Minderwertigkeitskomplexe. Falls es dir ähnlich geht, teile ich hier diese 10 „Rezepte“ mit dir.

    1. Krasses Müsli
    2. Veganes Sandwich
    3. Gemüsepfanne mit Erdnuss-Sauce
    4. Kartoffeln mit Spinat
    5. Bunter Salat
    6. Ofengemüse
    7. Hummus (nach Nadia Shehadeh)
    8. Burritos
    9. Vegane Gemüselasagne
    10. Snacks


Krasses Müsli

Du brauchst zehn Minuten und:

  • Haferflocken (zart)
  • Obst (was du magst, ich mag Äpfel und Trauben)
  • Cornflakes
  • Hafermilch oder Soja-Joghurt (ich wohne in Berlin Friedrichshain)
  • Den royalen Nuss Mix (es muss royal sein)

 

Müsli muss nicht langweilig sein. Einfach Haferflocken in eine Schüssel geben, Milch oder Joghurt dazu und zehn Minuten einweichen lassen. Obst, Cornflakes und Nüsse drauf und viel Spaß beim #healthy fühlen!

Veganes Sandwich

Du brauchst zehn Minuten und:

  • Brot oder Brötchen (ich bin ja Brötchen-Fan)
  • Hummus (Rezept folgt)
  • Avocado
  • Tomaten
  • Salat
  • Zucchini
  • Öl

 

Hier habe ich mich von Joey Tribbiani inspirieren lassen. Anstatt immer nur „Toskana-Streichcréme“ auf’s Brot zu schmieren, kann man mal ein richtiges Sandwich machen. Mit Belag und allem.
Zuerst die Zucchini in dünne Scheiben schneiden und sie mit Öl in einer Pfanne anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Rosmarin würzen.
Das Brot oder das Brötchen aufschneiden und eine Hälfte mit Hummus und die andere mit zerdrückter Avocado bestreichen. Dann die Zucchini auf den Hummus legen und die zerschnittenen Tomaten mit dem Salat auf die Avocadohälfte. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Gemüsepfanne mit Erdnuss-Sauce

Du brauchst 40 Minuten und:

  • Reis
  • Gemüse (was du magst)
  • eine Zwiebel
  • Kokosmilch
  • Erdnussbutter (ich empfehle „Pindakaas“, die ist würzig)

 

Dieses Rezept ist sehr einfach und gibt mir das Gefühl, eine wirklich gute Köchin zu sein. Setze zunächst den Reis auf, wie lange er kochen muss und wie viel Wasser du zugeben musst, hängt vom Reis ab und steht hinten auf der Packung drauf.
Schneide dann das Gemüse. Ich nehme oft Paprika, Brokkoli, Pilze und Erbsen, aber natürlich gibt es hier keine Grenzen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln anschwitzen. Dann das Gemüse dazugeben und anbraten.
Wenn das Gemüse durch ist, einfach die Kokosmilch, drei Esslöffel Erdnussbutter und Salz und Pfeffer dazugeben. Kurz aufkochen lassen. Fertig und fancy! Damit kann man gut Gäste beeindrucken, aber das fällt ja jetzt weg.

Kartoffeln mit Spinat

Du brauchst 30 Minuten und:

  • Kartoffeln
  • Tiefkühlspinat

 

Mir ist dieses Rezept erst letztens wieder eingefallen, dabei ist es sehr unkompliziert, lecker und selbst gekocht! Einfach Kartoffeln kochen und den Spinat aufwärmen. Upgrade für non-Veganer*innen: ein Spiegelei dazu.

Bunter Salat

Du brauchst 15 Minuten und:

  • Salat (alles außer Rucola finde ich akzeptabel)
  • Möhren
  • Avocado
  • Tomaten
  • Gurke
  • Paprika
  • Kidneybohnen
  • Sonnenblumenkerne
  • Für das Dressing:
    • Eine Zitrone
    • Olivenöl
    • Salz, Pfeffer und italienische Kräuter

 

Dieses Rezept ist recht selbsterklärend. Einfach alles klein schneiden und in eine Schüssel geben. Die Sonnenblumenkerne schmecken in einer Pfanne angeröstet besonders gut. In einem Glas alle Zutaten für das Dressing vermischen und über den Salat geben. Dieses Rezept eignet sich am Besten als Beilage oder Snack.

Ofengemüse

Du brauchst mehr als eine Stunde und:

  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Brokkoli
  • Pilze
  • Zucchini
  • Möhren
  • Zwiebeln
  • Knoblauch
  • Gemüsebrühe
  • Olivenöl
  • Gewürze

 

An sich ist es wirklich nicht schwer Ofengemüse zu machen, aber es dauert etwas.
Natürlich musst du dich nicht an das von mir vorgeschlagene Gemüse halten. Hier kann alles dazu. Das Gemüse, die Zwiebeln und den Knoblauch klein schneiden und in eine Auflaufform oder auf ein Backblech geben. Dann das Gemüse mit Olivenöl und Gemüsebrühe bedecken. Ordentlich mit Salz und Pfeffer, Rosmarin und anderen Gewürzen würzen. Das Ganze dann etwa eine halbe Stunde bei 180 Grad Umluft im Ofen lassen. Wieviel Gemüse du verwendest, hängt von der Personenanzahl und deinem Hungergefühl ab. Ich denke immer, es würde was übrigbleiben, ist aber nie so.
Dazu empfehle ich Hummus (Rezept kommt gleich) oder für die non-veganen: Sour Cream.

Hummus (nach Nadia Shehadeh)

Du brauchst zehn Minuten und:

  • Kichererbsen aus der Dose
  • Tahina (Sesampaste)
  • Zitrone
  • Knoblauch
  • Petersilie
  • Olivenöl

 

Dieses Rezept stammt von Nadia Shehadehs Blog. Einfach die Kichererbsen abtropfen lassen, einen Löffel Tahina, eine gepresste Zitrone, eine Knoblauchzehe und ein halbes Bund Petersilie mit einem Stabmixer pürieren. Etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer dazugeben!

Burritos

Du brauchst 40 Minuten und:

  • Reis
  • Bohnenmus (gibt es aus der Dose)
  • Avocado
  • Tomaten
  • Salat
  • Wraps

 

Burritos kann man natürlich auf viele verschiedene Weisen zubereiten. Diese hier sind allerdings sehr einfach und flott. Den Reis kochen und das Bohnenmus in einem Topf erhitzen. Die Avocado mit Salz und Pfeffer pürieren. Tomaten und Salat kleinschneiden. Einen Wrap im Ofen erhitzen, mit Avocado und Bohnenmus bestreichen und mit allen Zutaten zusammenrollen.

Vegane Gemüselasagne

Du brauchst eine Stunde und:

  • Lasagneplatten
  • Möhren
  • Zucchini
  • Pilze
  • Passierte Tomaten
  • Zwiebeln
  • Olivenöl
  • Italienische Kräuter
  • Hafermilch
  • Margarine
  • Mehl
  • Muskat
  • Veganen Streukäse

 

Viele schrecken sicher vor einem so aufwendig erscheinenden Rezept zurück. Aber es ist nicht kompliziert, nur langwierig. Ich verspreche aber, es lohnt sich! Dafür stehe sogar ich, wenn ich Zeit habe, eine Stunde in der Küche. Aber mal von Anfang.

Erst die Tomatensauce:
Die Zwiebeln mit Olivenöl in einer Pfanne anschwitzen. Das Gemüse kleinschneiden und dazugeben. Kurz anbraten lassen. Anschließend die passierten Tomaten, Salz, Pfeffer und italienische Gewürze dazugeben und alles köcheln lassen.

Für die vegane Béchamelsauce:
Ordentlich Margarine in einem Topf zergehen lassen und etwas Mehl dazu geben. Bei schwacher Hitze und unter ständigem Rühren anschwitzen. Nach und nach Milch dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. So lang rühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind (Schneebesen ahoi!) und dann einmal aufkochen lassen. Das Ganze dann etwa zehn Minuten köcheln lassen.

In einer Auflaufform immer eine Schicht Tomatensauce, Lasagneplatten und Bechamelsauce verteilen, bis alles verbraucht ist. Anschließend den veganen Käse darüber verteilen und bei 180 Grad Umluft so lang in den Ofen geben, bis der Käse goldbraun ist. Erfahrungsgemäß dauert es etwa eine halbe Stunde.

Snacks

Meine Mitbewohnerin und ich sind sogenannte Snackspertinnen. Gut, jetzt sagst du vielleicht, Snacks sind wirklich keine Rezepte und da hast du Recht. Aber ich sage mal, wenn ich dafür nicht bloß eine Tüte aufreiße, fühlt sich das Ganze schon anders und wesentlich mehr wholesome an. Und das kann ich gerade in Quarantäne gut gebrauchen. Deswegen hier eine kleine Liste unserer Lieblingssnacks – denn snacken ist und bleibt der beste Zeitvertreib.

  • Popcorn machen, geht auch ohne Maschine, im Topf
  • Gemüsesticks mit Hummus
  • Jeweils eine Traube, eine Nuss und ein Cornflake gemeinsam essen (Mini-Müsli)
  • Tortilla Chips und Guacamole
  • Einen Cranberry-Cashew Mix machen (Cranberrys und Cashews mixen)
  • Eissandwich: Einen Löffel Eis zwischen zwei Keksen verteilen
  • DIY-Gummibärchen-Mix: wer braucht schon Colorado, einfach deine Lieblingssorten in einer großen Schüssel mixen
  • Banane mit Nutella
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