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Halb so viel Spaß für alle

Kann Onlinekultur ein zusätzliches Angebot sein, ohne Aufführungen, Lesungen und Konzerte zu ersetzen?

11.05.20 >

Von Isabella Caldart

Das Coronavirus, oder vielmehr die Folgen der Pandemie, haben etwas bewirkt, womit kaum ein Mensch mehr gerechnet hätte: Deutschland goes digital. Und nicht nur das, es geschieht auch in einem verblüffend rasanten Tempo. Arbeitsmeetings finden online statt, Seminare, gemeinsames Biertrinken mit Freund*innen. Und da wir beinahe aller Freizeitmöglichkeiten beraubt wurden, ist auch die Kultur ins Internet gerückt. Innerhalb weniger Tage im März explodierten weltweit die kulturellen Angebote (selbst Ostern in Jerusalem gab es per Livestream). Einige kosten etwas, die meisten sind – auf Spendenbasis – gratis. Die Modi, in denen Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen gezeigt werden, sind ganz unterschiedlich: Viele Events sind live, andere aus dem Archiv, die Schaubühne Berlin zeigt ihre Aufzeichnungen bspw. zu festen Uhrzeiten, ein wenig, als

würde man wirklich ins Theater gehen, während die Kammerspiele München ihre Veranstaltungen für 24 Stunden ins Netz stellen.

Missy Magazine 03/20, Kulturthema 3
© shunaji (@iamshunaji) und Night School Berlin (@nightschoolnow)

Auch eine Folge: Die Vielfalt ist beinahe erdrückend. Mit SPECTYOU launchte bereits Mitte März eine digitale Plattform für Schauspiel, Tanz und Performance, die auf Spendenbasis funktioniert, während unter United We Stream, einem Zusammenschluss von Berliner Clubs, jeden Tag DJ-Sets oder Livemusik gestreamt werden – samt Rettungsfonds für notleidende Clubs. Es gibt die Digital Concert Hall mit Konzerten der Berliner Philharmoniker, die Metropolitan Opera aus New York hat alte Aufzeichnungen ausgegraben, viele Bibliotheken haben ihr Onlineangebot frei zugänglich gemach…


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