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Now & Then: Martina Weith über David Bowie

Die Saxofonistin und Sängerin der Band Östro 430 lernte von Bowie: In der Musik ist alles möglich.

11.05.20 > , Musik

Meine frühpubertären Zukunftspläne träumte ich Anfang der 1970er- Jahre im deutschen Kleinstadtmief der Niederrheinischen Tiefebene. Dem grauen Alltagstrott zwischen Schule, ersten Heartbreaks und piefigem Elternhaus entfloh ich – wie wir alle in diesem Alter – mithilfe erster Alk- & Dope-Experimente sowie meines Kofferradios. Mein geografischer Vorteil war die Nähe zum Nachbarstaat Niederlande. Ich empfing die holländischen

Now & Then, Missy Magazine 03/20
© Privat

Sender! Während hierzulande ausnahmslos Schlager und Volksmusik erschallten, lief auf Hilversum 3 und Radio Veronika alles, was angesagt war. Und das war Rock! T.Rex, The Sweet, Slade, Alice Cooper … Eine energetische Wundertüte voller Glitzer und Make-up – und niemand präsentierte dies reizvoller und überzeugender als David Bowie. Ich war hin und weg, färbte mir die Haare orange und ließ mir seinen Blitz in den Arm stechen.

Während die meisten Teenie-Idole schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwanden, schaffte es Mr. Bowie mühelos, in meinem Fokus zu bleiben. Er wandelte sich und seine Musik fast schneller als ich mich in meiner Adoleszenz: vom Ziggy- Glam über weißen Soul zum elektronischen Thin White Duke. Und ich lernte: In der Musik ist alles möglich! Hätten wir sonst je eine Punkband ohne Gitarre gegründet? Mein erstes Bowie-Konzert war eine Offenbarung: die „Heroes“-Tour 1978! Während allenthalben nebelverhangener Bombastrock oder aggressives Schmuddelchaos zelebriert wurde, erschien der …

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