Eine Mutter boxt sich durch

Der Film „Gipsy Queen“ gibt Roma-Identitäten und -Geschichten im Mainstreamkino Raum und Aufmerksamkeit.

28.05.20 > Film & Serien

Von Olja Alvir

„Esmeralda, in diesem Haushalt wird Deutsch gesprochen!“ Ali (Alina Șerban) aus Rumänien ist alleinerziehende Mutter und arbeitet in Deutschland als Putzkraft, um sich und ihre zwei Kinder Esmeralda und Mateo durchzubekommen. Nachts schleppt sie Bierkisten in einem dubiosen Nachtclub mit Underground-Boxshows – damit verdient sie sich zum mageren Gehalt noch etwas dazu. Als sie eines Nachts ihre Wut an einem Boxsack auslässt, fällt Clubbesitzer „Tanne“ (Tobias Moretti) Alis gute Technik auf. Und nachdem sie schließlich wegen einem Wutausbruch ihren Job verliert, stellt Tanne sie als Boxerin bei seinen Shows ein. Kann Ali sich und ihre Familie beim großen Showdown buchstäblich aus der Armut boxen?

Filmrezi, Gipsy Queen
© Dorffilm

„Gipsy Queen“ ist ein nicht unsympathisches Sportdrama, ambientemäßig zwischen Roma-Hochzeit und Deutschrap-Disstrack angesiedelt. Leider sind die Schauspielleistungen – abgesehen bei Ali und ihrer Familie – steif und trocken. Selbst Schauspielgrande Moretti glänzt nur vereinzelt und zwischen den Zeilen. Ein doch zu häufig seicht daherkommendes Drehbuch und ein klischeehafter dritter Akt lassen auch zu wünschen übrig. Trotzdem ist „Gipsy Queen“ ein beachtenswerter Versuch, Roma-Identitäten und -Geschichten im Mainstreamkino Raum und Aufmerksamkeit zu geben. Mehr Alina Șerban, bitte!

“Gipsy Queen” DE / AT 2019. R: Hüseyin Tabak. Mit: Alina Serban, Tobias Moretti, Irina Kurbanova u.a. 113 Min. Start: 21.05.

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