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Das Ende ist da

Rina Sawayama hätte der nächste queere Popliebling werden können. Aber dann kam die Corona-Krise.

04.06.20 > , Musik

Von Aida Baghernejad

Jede Krise hinterlässt Spuren, auch, oder erst recht, in der Popkultur. Schon Giovanni Boccaccio schrieb seine Bumsgeschichten der Decamerone in Quarantäne, Shakespeare verfasste seine Sonette auch nur, weil alle Theater wegen Pest-Social-Distancing geschlossen waren.
Die letzte Finanzkrise – die gar nicht mal so viel Älteren werden sich erinnern – sorgte für das Ende von knalligen Logoprints und Strassbesatz überall. „Sex And The City“ war tot, lang lebten „Two Broke Girls“ und „Hunger Games“. Und in der Musik sah es ähnlich aus: Kosten mussten runter, relatable sein war das Wichtigste. Außer vielleicht bei Lady Gaga, doch auch sie trug eher ein Kostüm aus rohem Fleisch, predigte DIY, statt in Hermès gesichtet zu werden.

Erst in den letzten Jahren kehrte ein Hauch conspicuous consumption in die Popkultur

zurück, Kapital war da, es wurde gezeigt. Die Rückkehr der Strasssteine. Die Logoprints, überall. Ironisch, anfangs, ernst gemeint, trotzdem. Die goldenen Gürtelschnallen. Die bauchfreien Oberteile und die große Pop-Pose mit Tänzer*innen im Hintergrund und einstudierten Tanzroutinen (übrigens auch ästhetische Mangelware nach der letzten Rezession). Also all die visuellen Marker der richtig guten, fetten Zeiten. Diesmal allerdings gepaart mit kultureller Wokeness, schließlich wurden, zynisch gesehen, Marginalisierte, insbesondere queere Menschen, Schwarze Personen und People of Color, als dankbare Zielgruppen wahrgenommen und dementsprechend bedient. Immerhin – lang genug hat es gedauert.

Missy Magazine 03/20, Kulturthema 2
Rina Sawayama, Album SAWAYAMA
© Hendrik Schneider

Un…

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