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Just say no?

Sex und Drogen gehören für manche einfach zusammen, andere praktizieren lieber Sober Sex.

14.07.20 >

Von Bettina Wilpert

Bis auf Crystal habe sie schon unter dem Einfluss aller gängigen Drogen Sex gehabt, erzählt Kuku. Alkohol, Gras, Poppers, GHB. Chemsex nennt sich das Phänomen, in berauschtem Zustand Geschlechtsverkehr zu haben. Dabei stehen vor allem drei Drogen im Mittelpunkt: Methamphetamine (wie z. B. Crystal), Mephedron und GHB, auch bekannt als Liquid Ecstasy. „Früher oder später kommen alle aus der schwulen oder queeren Community mal damit in Berührung“, meint Kuku. „Zwei Sachen, die Spaß machen, werden zusammengepackt: Sex und Drogen und du hast MEHR Spaß!“, sagt sie und lacht dabei. „Vor allem unter dem Einfluss von GHB wird der Sex intensiver, die Drogen machen hemmungsloser und die Libido wird angestachelt. Die Leute trauen sich, mehr Sachen auszuprobieren, auch körperlich wird mehr möglich.“ Das sind einige der Gründe, warum Chemsex gerade in der queeren Community verbreitet ist. Leute können ihre Unsicherheiten mit der eigenen Sexualität für die Dauer des Rauschzustands ausblenden. Kuku achte darauf, nicht zu hoch zu dosieren, und insgesamt habe sie mehr Sober als

Chemsex, da sie vermeiden wolle, süchtig zu werden und nur noch berauscht Sex haben zu können.

Die Psychologin Remziye Kunelaki behandelt Patient*innen, die von Chemsex wegkommen wollen, und definiert Sober Sex in Abgrenzung zu Chemsex. Sober Sex meint, nüchtern Sex zu haben, achtsamen Sex, Sex ohne Drogen, bei dem die Verbindung zwischen Körper und Geist bestehen bleibt und wir nicht unrealistischen Bildern der Pornoindustrie nacheifern. Maria* aus Wien entdeckte Sober Sex im Rahmen der Intimate Revolution, einem sexpositiven Festival, das seit 2018 normalerweise mindestens einmal im Jahr stattfindet. Im „Code of Conduct“ schreiben die Organisator*innen: „Only a sober mind can be truly intimate.“ Maria erzählt, dass dort zwar teurer Wein verkauft wurde, sich aber niemand betrank. Sie selbst sei über das ganze Festival hinweg nüchtern gewesen. „Die Teilnahme am Festival war befreiend für mich, denn es gab mir die Möglichkeit, meine Grenzen zu erforschen. Mir gefällt dieser Rahmen, in dem sich alle bewu…


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