Seitennavigation Katze , Musik
Seitennavigation Menu IconMENU
Seitennavigation Search Icon

Now & Then: Joy Denalane über Aretha Franklin

Die Sängerin bewundert Aretha Franklins Stimme in Bezug auf ihre Musik und als politisches Instrument.

21.09.20 > , Musik

Protokoll: Josephine Papke

Im Sommer 2018 starb Aretha Franklin. Ich hatte erst wenige Tage vor ihrem Todestag eine Biografie über sie zu Ende gelesen. An diesem Augusttag ging uns eine Jahrhundertstimme verloren. Ich hatte zuvor mitbekommen, dass sie erkrankt war. Aber wie schwer, war mir nicht bewusst. Das ist ein interessanter Punkt, der sich generell durch Arethas Leben zieht: Privat lebte sie eher zurückgezogen. Sie war als eine beeindruckende Berühmtheit bekannt, die bis zum Schluss gesanglich wahnsinnige Qualität ablieferte. Ich bewundere sehr, dass sie ihre Stimme so lange halten konnte. So etwas körperlich zu leisten wünscht sich wahrscheinlich jede*r Sänger*in. Ihrem Körper wurde insgesamt viel abverlangt. Ihr erstes Kind bekam sie mit zwölf. Als sie 15 war, war sie bereits zweifache Mutter. Sie ist, wie

ich, Mutter von Söhnen. Und doch spielte ihr Mutterdasein in ihrer öffentlichen Karriere keine elementare Rolle. Hier in Deutschland wird man als Frau, die in der Öffentlichkeit steht, ständig gefragt, wie es um die eigenen familiären Pläne steht. Und wenn man bereits Kinder hat, geht es darum, wie man denn Familie und Beruf unter einen Hut bekommt. Obwohl wir in genau der gleichen Position sind, wurde mein Mann, Max Herre, der auch Musiker ist, noch nie danach gefragt.

Missy Magazine 05/20, Now&Then, Joy Denalane
© Ulrike Rindermann

Spektakulär an Aretha ist auch, wie sie es als Sängerin geschafft hat, so viele Emotionen zu kreieren, immer wieder Transformationen durchzumachen und so begeistert und leidenschaftlich zu arbeiten,…

Wir schreiben ohne Rücksicht auf Verluste und das machen wir mit Absicht! Das bedeutet aber, dass wir kein fettes Anzeigengeschäft machen, denn leider gibt es nicht viele Firmen, die heute schon fortschrittlich genug sind, um auf ein queer-feministisches Heft zu setzen. Kein Wunder, dass kein anderer Verlag ein Heft wie Missy herausgibt. Jetzt unabhängige, feministische Berichterstattung unterstützen und ein Missy-Abo abschließen.