Von Avan Amir Weis

Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt

Eine Frau (Bèatrice Dalle) wartet nachts am Straßenrand bis ein Trucker anhält. Er steigt aus, geht auf sie zu, sie schauen sich durchgehend an, die Stille ist erdrückend. Wenige Minuten später hält ein Motorradfahrer (Alex Descas) und findet die Leiche des Truckers im Gras. Er gibt der daneben sitzenden Frau liebevoll einen Kuss. Währenddessen sitzt das frisch vermählte Paar Shane und June (Vincent Gallo und Tricia Vessey) im Flugzeug nach Paris, um Flitterwochen zu feiern. Shane hat dabei Albträume von einem blutüberströmten Körper. Was zuerst zusammenhangslos erscheint, ist auf so skurrile Weise verwoben, dass es stellenweise schwerfällt, dem Film durchgehend zu folgen. Denn sowohl der frischvermählte Gatte, als auch die nächtlich umherstreifende Dame sollen Versuchsobjekte längst zurückliegender Experimente gewesen sein und nun, als Folge, ihre Sexualpartner*innen während des Akts töten. Shane ist auf der Suche nach dem verantwortlichen Wissenschaftler, muss dabei aber stets aufpassen, dass er nicht seine Frau ermordet. Der Film der Regisseurin Claire Denis wird als Horror-Klassiker gesehen und muss mit entsprechendem Wissen, dass er zwanzig Jahre alt ist, geschaut werden. So ist nicht nur der Inhalt ein Nerventest, sondern auch das nicht enden wollende Aneinanderreihen von Nahaufnahmen, die langen, beunruhigenden Wege und die sehr trashig anmutenden Visuals.

Trouble Every Day FR 2001. Regie: Claire Denis. Mit: Vincent Gallo, Bèatrice Dalle, Alex Descas u.a. 101 Min, Start 12.11.