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Missy-Jahresrückblick 2020

Was waren die Highlights im Jahr 2020? Das Missy-Team wirft einen Rückblick auf das Corona-Jahr.

27.12.20 >

Mitte März sprach Cardi B zu uns und sagte: „CoRONA Virus – This sh*t is gettin’ real.“ Und sie hatte recht. Mit 2020 geht nicht nur ein Jahr voller Fehlentscheidungen (Stichwort Konjunkturpaket, das „Hexen Hexen“-Remake mit Anne Hathaway oder das Comeback von Haarsträhnchen), politischen Skandalen (Überraschung: rechtes Netzwerk in der Polizei aufgedeckt – Rest in Power George Floyd – alles ok bei dir, Michi Wendler?) und furchtbaren Hobbys zu Ende. Es gab auch schöne Dinge. Z. B. unsere tollen Hefte, die dich mit Geschichten, Reportagen und Interviews aus dem Bereich Popkultur, Politik und Style aufgemuntert haben. Welche Magazin-Highlights unser Missy-Team besonders glücklich gemacht und wie wir das Pandemiejahr sonst so durchgestanden haben, erfährst du in unserem grandiosen Jahresrückblick.

 

Jahresrückblick 2020
@ Christine Sponchia / Pixabay

 

1. Das war mein persönliches Missy-Highlight:

 

Daniela: Dass wir so gut durch die Krise gekommen sind; durch unsere selbstvertriebene Ausgabe im ersten Lockdown. Und natürlich der Willy-Fleckhaus-Preis für unser Design.

Domi: Wenn erst immer alle keinen Bock auf Emo-Runde in der Videokonferenz haben (mich eingeschlossen), aber dann ist es doch vollschön.

Ulla: Der Umzug in ein wunderschönes neues Redaktionbüro als Teil einer feministischen Genoss:innenschaft, gleich zum Jahreswechsel 2019/20. Vorher hatte ich Angst, dass wir nach Potsdam ziehen müssen, weil wir uns als unabhängiger Verlag die Berliner Mieten nicht leisten können.

Serah: Dass wir unerwartet so gut durch die Krise gekommen sind, weil wir so tolle Supporter:innen haben! Jetzt kann es noch ganz viele Missy-Ausgaben geben. Zweites Highlight war nach der Klausurtagung das Essengehen mit (fast) allen Missys!

Marie: Bier trinken mit Serah und Jenny, Kalender einpacken mit Ulla, Networking mit Trang und Redaktionssitzungen über Zoom im Bademantel. Und so viel Support und Wertschätzung, egal, wo man hinsieht! <3

Hengameh: Der Zusammenhalt und der Support im Missy-Team während eines extrem herausfordernden Jahres. Wahrscheinlich stuft man das gar nicht mehr als Highlight ein, sondern als Blessing.

Ku: Bester Missy-Podcast-Name Pissy.

Naira: Die Arbeit am Missy-Kalender 2021!

Juliette: Fotoshooting zusammen mit Ku zu unserem Scham-Dossier im Frühjahr.

Steffi: Missy-Videodreh mit Systrar Productions im Februar.

Sonja: Dass wir dank eines tollen Teams in der pandemischen Krise nicht untergegangen sind. Und dass sich Jacinta Nandi in ihrem neuen Buch „Die schlechteste Hausfrau der Welt“ als „Missy-Feministin“ bezeichnet hat – ist das jetzt ein offizielles Genre?

Lisa: Die Laudatio von Ninia LaGrande, als Missy den Willy-Fleckhaus-Preis gewonnen hat.

Jenny: Dieses LED-Ringlicht bei der Missy-Instalive-Lesung. Teint wie mit 14 einfach.

Trang: Cheesy but true: Das Missy-Team kennengelernt! Ich hab zwar noch nicht alle persönlich treffen können, aber bis jetzt sind nur cute Faces und tolle Persönlichkeiten dabei.

 

2. Diesen Artikel hätte ich 2020 gern geschrieben:

 

Domi: Wie ich den Lockdown auf einem privaten Ponyhof mit kostenloser Kinderanimation überstand. Alternativ: Grundeinkommen – ein Selbstversuch.

Ulla: Geheimes und bis jetzt nicht umgesetztes Projekt der Onlineredaktion: Serah und Ulla sprechen in „Pissy – der Trashcast“ über Promis und Reality-TV.

Serah: Großes Exklusivinterview: Tokio Hotel vertraut sich Missy-Redakteurin an – und erinnert sich an Tankstellenbegegnung vor zwölf Jahren.

Marie: Wie wir die Pandemie dank Grundeinkommen und Carepods gut überstehen konnten. Inspo: Christian Schmachts Kolumne – Gemeinsam gegen Corona?

Hengameh: Warum Furbys und Teletubbys die nicht-binäre Avantgarde der frühen 2000er gecoint haben.

Sonja: Die zehn schönsten Traumstrände weltweit.

Lisa: Zwangsräumung abgesagt, weil Eigentum abgeschafft.

Naira: Was Veganismus mit Feminismus zu tun hat (und bei Lisas Artikel wäre ich gerne Co-Autorin gewesen.)

Jenny: Runde um den Block EXTREM: der Funktionskleidungstest.

 

3. Dieses Learning nehme ich für 2021 mit:

 

Domi: Händewaschen hilft. War noch nie so selten krank.

Ulla: Tonkel zu werden ist richtig cool!

Serah: Sachen nicht mehr aufschieben! Es wird nur schlimmer.

Marie: Einkaufswagen sind praktisch und wollen dir nichts Böses.

Hengameh: Das Wasser zum Kaffeekochen in der French Press sollte gar nicht hundert, sondern eher achtzig bis neunzig Grad Celsius heiß sein.

Juliette: Erst denken, dann antworten.

Naira: Keto-vegane Ernährung hilft bei unregelmäßigem Zyklus.

Sonja: Eskapismus muss auch imaginiert klappen.

Lisa: Glutamat ist gar nicht so ungesund.

Jenny: Das fünfte Rad am Wagen sein = to be the third wheel. Und: Wie ich meinen Eltern aus dem Buch vorlese, das ich geschrieben habe – über sie.

Trang: Hab dieses Jahr viermal meinen Job gewechselt und endlich gelernt, Grenzen zu setzen, wie bspw. White Fragility auf Arbeit keinen Raum mehr zu geben. Das war ein ganz schön gutes Learning.

 

Jahresrückblick 2020
@ Nigel Durrant / Pixabay

 

4. So habe ich während der Pandemie Selbstliebe betrieben:

 

Daniela: Süßigkeiten, vor allem Kuchen.

Domi: Handy weg.

Ulla: Ich habe viel Zeit in Reflexion gesteckt, vor allem auch mit/über meine politischen Gruppen. Dabei hat die Zwangspause geholfen. Ich schaue zusammen mit Missy-Serah „Kardashians“ und „Real Housewives“. Das macht glücklich. Außerdem habe ich mir ein neues Tarotkartenset gekauft und natürlich viel Yoga gemacht – was aber auch nicht gegen alles hilft … mehr hilft: Mein Handy sperrt automatisch ab 22 Uhr für zwölf Stunden alle Apps.

Serah: Ich habe mir einige soziale Kontakte erlaubt, war sehr viel joggen und ich habe ein lang ersehntes Reality-TV-Abo abgeschlossen! („Kardashians“ und „Real Housewives“)

Marie: Ich hab mich in diesem Jahr insgesamt drei OPs unterzogen, die ich schon seit Jahren aufschiebe – mich also um meine Gesundheit gekümmert oder es zumindest versucht. Außerdem hab ich 11,5 Puzzle gepuzzelt und dabei stundenlang Hörbücher gehört.

Hengameh: Ich hab gelernt, alleine zu sein, ohne mich einsam zu fühlen. Meine Little Helpers waren selbstgekochtes Essen, gute Bücher, Podcasts und lange Spaziergänge. Ah ja – habe meine Eitelkeit überwunden und mir Funktionskleidung (z. B. eine Regenhose) zugelegt.

Ku: Viel cremen.

Naira: Yoga online und live, zusammen mit meiner Patentante und ihrer Tochter, die in einer anderen Stadt wohnen; tagelang nicht aus der Wohnung gehen und mich dafür nicht mehr schämen.

Juliette: Joggen, joggen, joggen.

Steffi: … in der Badewanne.

Sonja: Kochen, essen und alte Urlaubsfotos anschauen (und neue planen).

Lisa: Mit Freund:innen spazieren gehen, Augen-Make-up entdecken.

Jenny: Ich habe in einer Skillsgruppe geübt, mich wütend zu fühlen. Und einsam und traurig und okay. Dann sechs Stunden durchgeschlafen.

 

5. Dieser Corona-Life-Hack hat mich gerettet:

 

Daniela: Mit dem Hausschlüssel den Liftknopf drücken.

Domi: Im ersten Lockdown hat mein Bruder bei uns gewohnt; das war supercool. Ansonsten: geteilte Spotify-Listen und Jackbox-Spieleabende mit Friends, Wochenpläne und Waldhüttenbauen.

Ulla: Spazieren. Ich bin Internetnerd:in, Vampir und Kellerkind. Ich war noch nie so viel draußen bei Tageslicht wie in diesem Jahr, weil plötzlich Spazierengehen sozial erwünscht war und alle das machen wollten.

Serah: In der Küche die Nacht durchtanzen und Vino Verde dabei trinken.

Marie: Augentropfen!! Meine Screentime war durch Corona noch ungesünder als sonst, deshalb hatte ich ständig geplatzte Adern in den Augen. Augentropfen saved my life.

Hengameh: Augentropfen, Wochenpläne und mein Fahrrad. Klopapier-Gate hat mich zum Glück nicht berührt, weil ich dank meiner Gießkanne einen niedrigen Verschleiß an Klopapier hab. Try it out, Leude.

Ku: Wunderbare Friends, die trotz meiner gut antrainierten Telefonierphobie die Leitung immer gespannt hielten. Und meine großen Fenster.

Naira: Routine.

Juliette: Anleitungen zum Maskennähen. Dadurch habe ich mein verlorenes Hobby wieder entdeckt und wieder angefangen zu nähen.

Steffi: Sehr früh aufstehen.

Sonja: Die Feststellung, dass es keinen Corona-Life-Hack gibt, und es auch so geht.

Lisa: Auch mal ok damit sein, dass die Wohnung nicht aufgeräumt ist.

Jenny: Geheimtipp: Katze oder blinkender Akku-Staubsauger. Und einmal in der Woche nicht telefonieren – auch ganz okay zum Ausgleich.

Trang: Leinsamen essen – und zwar jeden Tag. Was sie alles so können, wenn ein Mensch halt viel zu Hause ist und sich nicht viel bewegt … (Wenn du weißt, dann weißt du.)

6. Dieses Thema kam für mich dieses Jahr zu kurz:

 

Domi:  Anfang des Jahres startete in Berlin das Projekt „Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt“. Dafür hätte ich mir dafür Aufmerksamkeit gewünscht, aber zum Glück läuft es noch ein paar Jahre.

Ulla: Die tödlichen europäischen Außengrenzen und der Horror auf dem Mittelmeer: Fortress Europe.

Marie: Sleepovers mit Freund:innen.

Naira: (Verunmöglichte) Seenotrettung auf dem Mittelmeer und soziale Aufstände in Lateinamerika.

Hengameh: Hanau.

Sonja: Adultismus.

Lisa: Capitalism – immer noch wahnsinnig und lebensfeindlich. Zeit, dass das ein Ende hat.

Jenny: Sommer. Kein Platz mehr für mein Schlauchboot auf dem Landwehrkanal.

Trang: Anti-asiatischer Rassismus in Deutschland und die Proteste in Hongkong (insbesondere die Prozesse gegen die Aktivist:innen!!!)

7. Meine Lieblingsneuerscheinung 2020 war:

 

Domi: Olivia Wenzels „1000 Serpentinen Angst“ war für mich auf jeden Fall ein Highlight – vor allem die wahnsinnig gute Lesung auf dem HKW-Dach. Guo Xialolus „A Lover’s Discourse“ hatte für mich genau die richtige Unaufgeregtheit und den richtigen Rhythmus fürs Lesen 2020. „Queenie“ hat mir großen Spaß gemacht, genauso wie das total entspannte Zoom-Interview mit Candice Carty-Williams. Ansonsten hat mich der Essay „Unbothered“ von Namwali Serpell sehr inspiriert, ebenso Emily Nussbaums Porträt über Fiona Apple – deren Album „Fetch the Bolt Cutters“ dann auch zum ersten Lockdown-Soundtrack wurde. Wunderbar entspannendes und lustiges Podcast-Highlight: Home Cooking mit Samin Nosrat und Hrishikesh Hirway (bester Episodenname: White-Fra-chili-ty). „I May Destroy You“ war die krasseste Serie und „The Forty-Year-Old Version“ war der Film, der in mir den Glauben an Netflix-Produktionen wiederhergestellt hat.

Ulla: „Queenie“ von Candice Carty-Williams und auch Domis Text in Missy dazu. Der Debütroman von Hengameh ist auch extrem spannend und toll. Mein Lieblingspodcast ist „How to Survive the End of the World“ (DANKE Nushin, my love!) von adrienne maree brown und Autumn Brown. „WAP“ war ein ganz klares popkulturelles Jahreshighlight, ebenso einziger Kinobesuch in diesem Jahr und einer der besten der letzten Jahre: „Future Drei“. Wichtig war das neue Album von Deutsche Laichen: „Team Scheiße“ und das Visual-DJ-Set für Lyzza für das Balance Festival hat mich verzaubert.

Naira: Die Serie „Bir Başkadır – 8 Menschen in Istanbul“, das Buch „Entangled Life – How Fungi Make Our Worlds, Change Our Minds and Shape Our Futures“ von Merlin Sheldrake und seit heute der Song „FCK 2020“ von Scooter (Shoutout @Ulla).

Marie: Die zweite Staffel von „His Dark Materials“, das Album „Good Luck Everybody“ von AJJ. Der „Body Terror Song“ hat mich durch meine OPs begleitet.

Hengameh: Olivia Wenzels „1000 Serpentinen Angst“ war ein richtig toller Roman, ebenso „Alle Hunde sterben“ von Cemile Sahin. Den Gedichtband „Mein Name ist Ausländer“ von Semra Ertan durfte ich für die neue Missy rezensieren – gehört in jedes Bücherregal. Musikalisch war es für mich „DWA“ von Haftbefehl – I know, ultraproblematic fav –, die „Reestablished Connection“-Coversongs von Sega Bodega & Guests und die neue EP von Shygirl, die ich für Missy 06/20 interviewen durfte. Dank TikTok war der Ohrwurm des Herbsts „Gebe auf“ von Lune. Egal, was ich gemacht habe, egal, wo ich war, aus dem Nichts schoß er durch mein Hirn. Das Schönste daran war, wenn ich auf den Straßen Neuköllns laut den Satz „Hast meinen Kopf gefickt“ gesungen habe, gab es immer irgendwen, der „hast mich hintergangen“ hinterher gesungen hat.

Ku: „I May Destroy You“, „Die Gesellschaft der Anderen“ von Naika Foroutan und Jana Hensel und dann auch für mich neu oder einfach spät(er) entdeckt „Im Hinblick“ von Richard Avedon & James Baldwin und Ocean Vuong „On earth we’re briefly gorgeous“.

Juliette: Das Buch der Ostkreuz Agentur Kontinent und der Podcast (W)Ortwechseln.

Steffi: Podcast: „Auf eine Tüte“, Musik: Okay Kaya „Surviving Is The New Living“, Buch: Olivia Wenzel „1000 Serpentinen Angst“.

Sonja: Buch „Das ungeschminkte Leben“ von Maryse Condé ; Comic: „Die Tunnel“ von Rutu Modan; Musik: Benees Album „Hey U X“; Ausstellung: Migros Museum, „Potential Worlds I“.

Lisa: Ich hab Hengamehs Podcast „Auf eine Tüte“ von Anfang an geliebt, auch „Herkunft“ von Saša Stanišić und „1000 Serpentinen Angst“ von Olivia Wenzel. Billy Nomates viel gehört.

Jenny: Bücher: Cemile Sahin „Alle Hunde sterben“, Olivia Wenzel „1000 Serpentinen Angst”“ Dorothee Elmiger „Aus der Zuckerfabrik“, Elif Şafak „Schau mich an“.
Musik: Pose Dia „Front View“, SAULT „Untitled (Black Is)“, Charlotte Day Wilson feat. Syd „Take Care Of You“/“Summertime“, Yaeji „What We Drew“, Fiona Apple „Fetch The Bolt Cutters“, Hachiku „I’ll Probably Be Asleep“.

 

8. Mein Lieblingsskandal 2020 war:

 

Domi: Es haben sich wie immer richtig viele zum Eumel gemacht, aber spätestens seit Trump weiß man ja, dass Grenzüberschreitung ziehen. Im Fall des Fidesz-Politikers auf der Sexparty gab’s aber Konsequenzen – ob’s an Homofeindlichkeit lag?

Ulla: Kurzfristige Absage der Hanau-Gedenkdemo am 22.08. bei gleichzeitiger Genehmigung von diversen Covid/Nazi-Demos mit maximalen Eskalationsstufen davor und danach sowie die Räumung der L34 im Oktober.

Hengameh: Ich dachte eigentlich, Tönnies sei nach seiner Rassismusnummer raus, aber dann kamen die Schlachthöfe in der Pandemie. Cancel Culture wann??

Sonja: Wieso muss ich mich dieses Jahr auf einmal die ganze Zeit mit dem Wendler beschäftigen? Algorithmen?

Jenny: Ach, Claire Boucher. Thinkin bout mit dir down sein auf dem Boden im KEXP-Studio, 2012.

Naira: Dass die Pandemie nicht zum Anlass genommen wurde, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle einzuführen.

Trang: Kein Skandal, aber fand das Statement und die Positionierungen von Alice Hasters, Aminata Belli, Ciani-Sophia Hoeder, Fabienne Sand, Hadnet Tesfai, Josephine Apraku und Noah Sow zum Edition F Award geil und wichtig und es hat mich noch mal daran erinnert, wie ausgeprägt Colorism auch in Asien ist.

 

9. Was waren die besten (Online-) Veranstaltungen bzw. der traurigster Cancel 2020?

 

Domi: Ich hatte mich sehr auf das CLINCH-Festival gefreut, das hoffentlich aber im Mai stattfindet.  Auch den verschobenen Kinostart von „Neubau“ fand ich sehr sad. Dafür gab’s einige richtig gute Onlineveranstaltungen! Z. B. dieses Gespräch zwischen Ruth Wilson Gilmore und Paul Gilroy oder die Talkreihe „The Master’s Tools Will Never Dismantle The Master’s House“ von Silver Press. Insbesondere dieser Talk war alles für mich. Bring it on, Future!

Ulla: Eine der besten Onlineveranstaltungen war der „Pixelrave“ in einem 3D-Hub mit queeren Künstler:innen und Kollektiven aus der ganzen Welt, Telegram Save(r) Space, Hangout auf digitaler Toilette und einem Fokus auf Barrierearmut mit u. a. „Deaf Rave“ aus England. Bester Cancel: die jährliche Fundamentalist:innen-Demo und Vernetzung der Abtreibungsgegner:innen im Erzgebirge – ein Jahr ohne Fundis anbrüllen im sächsischen Hinterland.

Marie: Traurigster Cancel: Vor sieben Jahren hat sich meine erste große Liebe (My Chemical Romance) aufgelöst, Anfang 2020 gab es plötzlich ganz unverhofft die Reunion und eine neue Tour. Ich hab mir mit 15 offenen Browser-Tabs hart ein Ticket erkämpft, das Konzert hätte im Juli stattgefunden …

Hengameh: Das Hafti-Open-Air-Konzert mit Covid-Hygienekonzept war richtig nice. Traurigster Cancel ist definitiv die für 2020 angekündigte TicTacToe-Reunion-Tour.

Naira: Beste Veranstaltung war eine Video-Podiumsdiskussion zum Thema „Abtreibung in Deutschland und Argentinien“ vom Bloque Latinoamericano aus Berlin. Traurigster Cancel: die legendären Culoka Partys von den Culonizers (analog mit echten Menschen und viel, viel Schweiß)!!!

Ku: Beste Onlineveranstaltung: 9h SAVVY x Jazzfest mit Rest Assured. Bodi No Be Fayawood, und noch im März in real die Buchpremiere von Olivia Wenzels „1000 Serpentinen Angst“ in den Sophiensælen.

Sonja: Leipziger Buchmesse, wo „Wie siehst du denn aus?“ hätte vorgestellt werden sollen, Acid Communism, Abschlussklassenfahrt meiner älteren Tochter und Kitageburtstag meiner jüngeren Tochter.

Lisa: Onlineveranstaltungen haben mich irgendwie echt nicht angesprochen.

Jenny: Stream: Bachmann-Preis, DIE Jurydiskussionen. Und: HÖR-Live-Sets. Cancel: Transcentury Update Leipzig.

Trang: Beste Onlineveranstaltung: die lyrischen Instagramveranstaltungen von Azadê Thunda und Kanakistan (u. a., weil Laura Shirin dabei war und sie einfach nur *KRASS* ist.) Traurigster Cancel: DIASPOR.ASIA Podcast wurde eingestellt.

 

10. Ein Song, der mich durch den Lockdown begleitet hat:

 

Daniela: „Suck My Mind“ von den Chemtrails.

Domi: Leider:  „Bibi & Tina“-Titelmelodie.

Ulla: „Sailor Moon“-Remixe in Gabber und Hardstyle. Mein krassester Ohrwurm 2020 war „Was ich meine“ von Nura.

Serah: „L’amour toujours“ – Gigi D’Agostino.

Naira: Same wie Serah (ohne Witz) – „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino.

Marie: Ganz viel Angel Olsen und queeren Indie. Den Songtext von „Class of 2013“ von Mitski hab ich quasi im RL nachgespielt, sogar die Zeile „Mom / would you wash my back?“, weil ich eine Zeit lang nicht duschen durfte und meine Mutter mir den Rücken gewaschen hat.

Hengameh: Im Lockdown 1 war es „Du hast den schönsten Arsch der Welt“ von Alex C (wegen der Doku „Paradies, Paradies“), dazu ein paar Ibiza-Vintage Classics wie „King of My Castle“ und „Better Off Alone“. Im Lockdown 2 war es mit „Say It Right“ von Nelly Furtado weniger euphorisch. Und das ganze Jahr lang: der „Unwritten“-Edit von Mobilegirl. Soundtrack of Romanschreiben halt.

Ku: Non stop … TOBE NWIGWE „MAKE IT HOME“ und Burna Boy „Odogwu“ und Mereba „The Jungle Is The Only Way Out“.

Steffi: Okay Kaya – „Mother Nature’s Bitch“.

Sonja: „In der Weihnachtsbäckerei“?

Lisa: Ich habe mit einer Freundin eine „Trotz allem: Pop“-Playlist erstellt und sehr oft gehört, alle Classics drin wie Beyoncé/Destinys Child, Britney, Lady Gaga, Miss Eve … supergut.

Jenny: t.A.T.u. „All the Things She Said“.

Trang: Das ganze Album „Too Young To Be In Love“ von Hunx and his Punx und dank meinen Genoss:innen Franzi und Lisa: Danger Dans „Nudeln und Klopapier“,  „Sauerland“ von Zoff und Suchtpotenzial mit „Gutmensch“.

 

11. Meine Red Flags aus 2020:

 

Domi: Der Horror, den ich DHoNK getauft habe: Double Homeoffice No Kita.

Ulla: Horst Seehofer.

Serah: Nase-aus-den-Masken-Haltende, meine Bachelorarbeit.

Marie: Was Serah sagt!

Hengameh: Pegizei-Verteidiger*innen, Masken mit nackten Nasen.

Naira: Einen stinknormalen grippalen Infekt haben, wenn Covid-19-Pandemie ist und der Begriff „Social Distancing“.

Juliette: Mein Zahnarzt …

Sonja: Homeschooling. Wird aber noch weitergehen.

Lisa: Es ist 2020 und Ärzt:innen wissen immer noch nicht, was außer Hormonen bei Endometriose zu tun ist.

Jenny: Kostenvoranschlag für meine Goldkrone, tbc 2021.

Trang: Olaf Scholz, Onlinedating mit weißen cis linken Dudes,  Zoom-Calls, Fox-Eye-Trend (rassistisch af).

 

12. Mein größter LOL-Moment:

 

Daniela: Die Pressekonferenz im Four Seasons.

Domi: Als jedes x-beliebige Drogerie-, TV- oder Eso-Magazin für eine Ausgabe im Spätsommer ein Schwarzes Covermodel hatte.

Ulla: Einzelfälle bei der deutschen Polizei. Und: Als ich aus Panik neunzig Rollen Klopapier für Missy bestellt habe und dann alle im Homeoffice waren.

Naira: Lock Down Light. LDL. LOL.

Serah: Trump hat Corona.

Marie: Als Harry Styles auf einem „Vogue“-Cover ein Kleid getragen hat und alle so getan haben, als sei er der erste Mann in Frauenkleidung ever.

Hengameh: Wie im Sommer alle mit mir obsessed waren … Get a life, alda.

Juliette: Diätenerhöhung für Abgeordnete mitten in der Corona-Pandemie.

Sonja: Geht auch das Gegenteil von LOL? Bewegendster Moment 2020: die Tränen von Van Jones. Oder sonst: Paula White, where is Trump’s victory victory victory victory victory in the quarters of heaven now? Ich kann irgendwie nichts hören.

Lisa: Hatte nicht Gauland auch Corona? Na, das wärs jedenfalls gewesen.

Jenny: LOL. Monika Maron jetzt bei Hoffmann und Campe. LOL.

Trang: Die Polizeikampagne von Dojo. lol

13. Mein bestes temporäres Hobby zu Coronazeiten:

 

Domi: Geht: Boozy Spaziergänge (war schon nett, aber ich sitze lieber beim Trinken). Bleibt: Fermentieren (I know). Insgesamt blieb mir neben DHoNK eigentlich keine Zeit für Hobbys.

Ulla: Brotbacken! Scherz. Never done it! Regelmäßig Onlinerückenyoga für meinen Papa unterrichten.

Serah: “Laufgruppe“ mit einer Freundin gegründet. (Hält noch!)

Marie: Zocken im Multiplayer mit Friends, puzzlen und so was Albernes versuchen wie „Romane schreiben“ haha.

Hengameh: Tischtennis, okay, Pflanzen pflegen.

Ku: Sonnenbaden, sobald die Sonne im Fenster gegenüber in die Wohnung zurückreflektiert … ähm.

Naira: Holz hacken, Postkarten basteln/schreiben und per Videokonferenz Gesellschaftsspiele mit meinen Friends spielen.

Sonja: Leider keine Zeit.

Juliette: Tischtennis, Tischtennis, Tischtennis.

Steffi: Duolingo Japanisch. (2 Monate leider nur)

Lisa: Sukkulenten – ich finds nicht leicht, aber bleibe dran.

Jenny: Baumarkt.

Trang: Bubble Tea und Sims (nicht wirklich temporär).

 

14. Meine schrägste Angewohnheit während des Lockdowns:

 

Domi: Mit Listerine gurgeln, nachdem man draußen war.

Ulla: Ständig die teuren veganen Donuts kaufen, weil permanent am Laden vorbei spaziert.

Serah: Das viele Laufen.

Marie: Ich hab mich ständig auf meine Fensterbank gesetzt und da meinen Tag verbracht, z. B. um zu arbeiten oder zu lesen. Glaub, ich wollte einfach mal wieder gesehen werden.

Hengameh: Kette rauchen, nachdem ich ein Jahr und vier Monate keine einzige Kippe berührt habe. 2020 hittet anders.

Ku: Tiere anstarren und gegebenenfalls Vögel vor dem Fenster fotografieren.

Juliette: In der Mittagspause einkaufen gehen, um einen Grund zu haben, das Haus zu verlassen.

Steffi: Sehr früh aufstehen.

Sonja: Pflanzen kaufen und dann hoffen, dass gießen reicht.

Lisa: Mein Kiefer schiebt sich so oft auf, wenn ich eine Maske trage – warum weiß ich nicht und ich frage mich auch immer, ob Leute das merken.

Naira: Das Gleiche wie Lisa!! Aber vor allem bekomme ich davon Kopfschmerzen auch noch.

Jenny: Baumarkt.

 

15. Meine persönliche Prognose für 2021:

 

Domi: Don’t jinx it!

Ulla: Ich will eigentlich erst wieder bei einem Jahr mitmachen, wenn wir 7G haben.

Serah: Ich gebe meine Bachelorarbeit ab! Es gibt einen Sommer. Ex-ta-se.

Marie: Ich finde irgendwas Cooles in Berlin, das besser ist als Studieren und breche mein Studium ab. Ich bereue nix, verdiene ein bisschen Geld und um mich herum wird umarmen langsam, aber sicher wieder legal.

Hengameh: Erst mal leider noch Pandemie. Ende des Jahres sind dann inshallah die meisten durchgeimpft und der erste Olfe-Dienstag wird einfach heftig. Ich wär an dem Abend am liebsten als DJ dabei, damit ich das Geschehen einfach nur beobachten kann und mich nicht dazu verhalten muss aus Überforderung.

Juliette: Highlight des Jahres – Normalität am Ende des Jahres (vielleicht?)

Sonja: Ungefähr so wie 2020 – und dann wieder wie früher und hoffentlich doch ganz anders.

Lisa: Vielleicht einfach mal ein Sabbatjahr einlegen.

Jenny: Frühling: Debütroman von Hengameh Yaghoobifarah. Sommer: 150 unbegründete Strafanzeigen wegen Debütroman von Hengameh Yaghoobifarah. Herbst: Deutscher Buchpreis für Debütroman von Hengameh Yaghoobifarah. Winter: 150 unbegründete Strafanzeigen wegen Deutschem Buchpreis für Debütroman von Hengameh Yaghoobifarah. Außerdem: wärmer. Jetzt schon kein Bock auf die Ödeme.

Trang: Freue mich nach Diskussionen über Rassismus, Corona, zähen Auseinandersetzungen mit Arbeitsamt und Hausverwaltung auf noch mehr Streit im Jahr 2021 (Hallo Bundestagswaaaahl) Aber sonst wirds *LIT*, weil meine Freund:innen alle krasse Macher:innen sind und ich es liebe, zu sehen, wie sie immer stärker, lauter und mächtiger werden.

Naira: „Seit Jahrzehnten haben AstrologInnen vorausgesagt, dass das Jahr 2020 wegen der seltenen Ausrichtung von Saturn und Pluto am 12. Januar ein Jahr massiver globaler Umwälzungen werden würde. […] Die fortschrittlichste Vorhersage in der Astrologie 2020 […] befasst sich mit der Ermächtigung der Frau, wobei einige AstrologInnen das Jahr als den Übergang von einem patriarchalischen zu einem matriarchalischen Zeitalter betrachten […]. […] Im Endeffekt weist uns die Astrologie daraufhin, dass [im Jahr 2021] Veränderungen bevorstehen könnten.“ So steht’s bei vogue.de . Dem schließe ich mich an. Also mindestens geiler als 2020, würde ich sagen.
AUßERDEM: 2021 GIBT ES LADY GAGA OREOS!!!!1!!

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