Nähe und Gewalt

Steve McQueens Filmanthologie „Small Axe“ erzählt bildgewaltig von Schwarzer britischer Geschichte.

16.03.21 > Film & Serien,

Von Dominique Haensell

Ein Dancefloor. Darauf: tanzende junge Frauen. Um sie herum stehen Männer und: glotzen. Später werden diese Männer wieder jemanden beäugen, diesmal einen jungen Mann, dessen unkontrolliert aggressiver Tanzstil nach Stress aussieht. Ein Joint wird geteilt, ein Mic gereicht. Der junge Mann spittet sich den Schmerz von der Seele.
„Lovers Rock“ beschreibt einen Abend auf einer Londoner Hausparty in den 1980er-Jahren – vom Soundsystem-Aufbauen und Curry-Goat-Kochen bis zum Wieder-nach-Hause-

Stehlen einzelner Partybesucher*innen. Der Film ist Teil von „Small Axe“, Steve McQueens unbedingt sehenswerter Spielfilmanthologie über Schwarzes britisches Leben der 1970er- bis 1990er-Jahre. Jeder Film in „Small Axe“ steht für sich allein, und doch ergeben sie vor allem gemeinsam Sinn, von der prekären Leichtigkeit der Bluesparty bis zum empowernden Grassroots-Aktivismus oder einem knallharten Blick auf Institutionen wie Schule und Polizei.

Missy Magazine 02/21, Typenparade, Text
© Simon Burchell / Featureflash Photo Agency/ Shutterstock

McQueens Markenzeichen sind kühl brutale Portraits getriebener oder vom Schicksal gebeutelter Männer, wie in „Hunger“ oder „Shame“. Deren Perspektiven beanspruchen aber nie alleinige Gültigkeit, mal kommt …

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