Neben der Spur

Akwaeke Emezis „Der Tod des Vivek Oji“ erzählt von Coming-of-Age, Dissoziation und einer mysteriösen Narben.

10.05.21 > , Literatur & Comics

Am Tag von Vivek Ojis Tod brannten sie den Markt nieder“, so beginnt der Roman von Akwaeke Emezi. Vivek Oji wendet sich fortan in nur wenigen kurzen Kapiteln an die Leser*innen, meist erzählen im Roman all jene, die ihn liebten, aus ihrer Perspektive von seinem Leben und Tod. Nicht linear erzählt beginnt die Handlung vor Viveks Geburt in den 1980er-Jahren, um sich über den Tod hinaus bis zur Jahrtausendwende zu spannen. Wie die Romanfigur wuchs Emezi, bekannt durch das Romandebüt „Süßwasser“ 2018, als Kind

eines nigerianischen Vaters und einer tamilischen Mutter in Nigeria auf und ging zum Studium in die USA, wo they heute lebt.
Gesellschaftliche Umbrüche wie das Ende der Militärdiktatur stehen im Hintergrund, der Fokus liegt auf Viveks Leben, Sterben und Familie. Der Roman liest sich stellenweise wie ein Krimi, spielt gekonnt mit Elementen des Genres, ohne jedoch in zu einfache Schemata zu verfallen.

Missy Magazine 03/21, Literaturaufmacher, text
© Scottie. O

Dabei ist der Rückblick geprägt von bösen Vorahnungen: die Geburt am Todestag der Großmutter, die damit verbundene Trauer und eine mysteriöse Narbe, übergegangen von der Ahnin auf den Säugling. Außerdem plagen Vivek dissoziative Zustände, er wird immer mehr zum Außenseiter, …

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