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Styleneid: Body Mary

Für die Antidiskriminierungsberaterin und Speakerin ist Kleidung Kommunikation.

10.05.21 > , Mode & Beauty

Interview: Hêlîn Dirik
Foto: Stefanie Kulisch

Was trägst du gerade?
Radical Soft ist was ich trage: eine Kombi aus rosa Tüllkleid und Soft Rosa Tufting von @salarodriguez. Da ich im Homeoffice bin, möchte ich, dass mein Körper Bewegungsfreiheit hat. Ich versuche, das auch im Alltag umzusetzen, doch das ist oft schwierig. Es ist z. B. ein Tabu, wenn Menschen, die Brüste und einen großen Körper haben, keinen BH tragen.

Wie kleidest du dich sonst?
Mein Look ist immer eine bewusste Entscheidung. Dabei ist mir wichtig, wo ich mich bewege und sicher fühle. Mein Outfit besteht oft aus „Layering“. Das heißt, ich ziehe manchmal einen Mantel drüber, den ich erst ausziehe, wenn ich an einem Ort bin, an dem ich mich sicher fühle. Ich liebe meinen Körper und liebe es, ihn zu betonen und „high femme“ zu sein. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich in der Öffentlichkeit auch manchmal damit rechnen muss, dass Menschen übergriffig werden können.

In welchen Situationen?
Z. B. bei Arztbesuchen, was für Menschen mit großen Körpern oft eine totale Katastrophe sein kann. Da versuche ich, nicht mehr die „high femme“ zu sein, sondern kleide mich so, dass ich mich als Patientin ernst genommen fühle.

Missy Magazine 03/21 - Styleneid
© Stefanie Kulisch

Welche Rolle spielt Kleidung in deinem Aktivismus?
Kleidung ist Kommunikation. Wenn ich über Gewichtsdiskriminierung spreche und dabei ein Outfit trage, das Menschen mit großem Körper meist nicht zugeschrieben oder gestattet wird, mache ich damit eine klare Ansage. Doch auch hier ist der Kontext wichtig. Mir wurde auch schon vorgeworfen, ich würde mit meinem „high femme“- Look dem Patriarchat in die Hände spielen oder sei Antifeministin, weil ich ein Kleid oder roten Nagellack trage. Solche Räume gibt es leider und das ist frustrierend.

Dein Hashtag #LoveYourBodyLiveYourLife …
Das ist ein sehr politischer Satz für mich. Ich möchte mich so benennen und kleiden, wie ich möchte, auch wenn das Menschen mit großen Körpern oft nicht gestattet wird. Durch Mode kann ich immer mehr auf mich selbst zugehen.

Instagram: @body_mary

Dieser Text erschien zuerst in Missy 03/21.

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