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Butches und Boxer

In einer Gesellschaft, die Lesben hasst, ist es schwer, sich als Butch zu feiern.

12.07.21 >

Von Eva Sitzberger
Illustration: Zora Asse

Ich bin lesbisch, ich bin nicht-binär, ich bin butch. Und bis vor Kurzem war ich nicht gerade begeistert von Boxern, also von den Hunden, die so böse schauen. Sie haben mir Angst gemacht und sie sehen eben nicht so aus, wie der typische, süße, liebe Hund auszusehen hat, zumindest nicht für mein jüngeres Ich.

Was das miteinander zu tun hat? Dass ich lesbisch bin, sieht man mir an. Ich spreche hier von gewissen gesellschaftlichen Stereo- typen, die ich erfülle – dass wir Menschen weder

ihre sexuelle Orientierung noch ihre Genderidentität ansehen können, ist klar. Ich habe kurze Haare, liebe Hoodies und Hemden und die Tattoos werden immer mehr. Passt also ziemlich gut in das heterosexistische Bild einer „typischen Lesbe“. Das war aber nicht immer so. Wie es die wunderbare compulsory heterosexuality so will, habe ich mich erst zehn Jahre, nachdem ich eigentlich schon ahnte, dass ich lesbisch bin, geoutet. Bis dahin habe ich angestrengt versucht, in das Idealbild einer cis hetero Frau zu passen und war auch ziemlich gut darin. So gut sogar, dass ich nicht nur die gesellschaftlichen Erwartungen an eine Frau erfüllt habe, sondern gedanklich auch die furchtbaren Klischees gegenüber butch Lesben reproduziert habe.

Missy Magazine 04/21,Sexkommentar