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Kampf gegen Amazon

Zwei Packerinnen aus Polen erzählen, warum sie auf die internationale Vernetzung der Arbeiter*innen setzen.

12.07.21 > Arbeit

Interview: Nelli Tügel

Worin besteht eure Tätigkeit bei Amazon?
Agnieszka Mróz: Im Moment arbeite ich in einer Packabteilung. Aber seit ich 2014 bei Amazon angefangen habe, war ich schon in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt. Und ich bin Vertrauensfrau der Gewerkschaft.
Magda Malinowska: Ich arbeite ebenfalls in einer Packabteilung und war zuvor in anderen Bereichen des Betriebs tätig. Seit 2016 bin ich Teil des gewerkschaftlichen Kampfes bei Amazon.

Wen beliefern die polnischen Versandzentren?
MM: Bisher arbeiten wir hauptsächlich für den deutschen Markt, teilweise auch für britische, französische oder spanische Kund*innen. Vor Kurzem hat Amazon angekündigt,

dass eine polnische Amazon-Website gestartet wird, bisher gab es das nicht. Doch um ehrlich zu sein: Für viele Menschen in Polen ist Amazon nicht die günstigste Möglichkeit, um im Bereich des E-Commerce einzukaufen. Ich habe meine Zweifel, dass Polen ein großer Markt für Amazon werden wird. Das liegt auch daran, dass unsere Löhne viel niedriger sind als in Westeuropa. Amazon-Beschäftigte verdienen nur ein Drittel von dem, was deutsche Arbeiter*innen bekommen. Allerdings war das früher noch schlimmer: Als wir mit der Gewerkschaft angefangen haben, war es nur ein Viertel.

Wie viele Menschen arbeiten bei Amazon in Polen?
AM: Im ersten Quartal 2021 waren in den neun polnischen Versandzentren knapp 19.000 Menschen beschäftigt, dazu kommen 23.000 Arbeiter*innen, die über Zeitarbeitsfirmen angestellt sind, das sind also mehr als bei Amazon direkt Angestellte. Die Zahlen beziehen sich nur auf Packer*innen und Picker*innen; Manager*innen sind davon ausgenommen – ebenso wie alle, di…