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Musik- und Podcastrezis 04/21

Missy rezensiert den neuen Soundtrack für den Sommer.

12.07.21 > , Musik

Missy 04/21 - Musikrezis

Lucy Dacus
„Home Video“
( Matador Records )

Im Dreiergestirn der Supergroup Boygenius nimmt Lucy Dacus die zugänglichste Rolle ein. Dafür sorgt die unverwechselbare Symbiose aus ihrer starken Affinität zu melodischem Folk und der kaminwarmen Stimmfarbe. Eine Dacus-Platte vermittelt so vor allem ein Gefühl von Zuhause. Fast schon plakativ also, dass die Künstlerin ihre dritte Soloplatte nun „Home Video“ tauft. Gleichzeitig rahmt dieser Titel auch die inhaltliche Reise, die

autobiografisch die Retrospektive auf Dacus’ Coming-of-Age-Jahre in ihrer Heimatstadt Richmond aufgreift. Wer die triefende Melancholie ihres Songwritings schätzt, ahnt bereits: Hier ist mehr Herzschmerz denn Ekstase angesagt. Zwischen überraschend kantigen Riffs („VBS“), eingängigem Mid-Tempo („Brando“) und malerischem Folk („Going Going Gone“) umkreisen die Lyrics mal blutige Rache an furchtbaren Vaterfiguren, mal queeres Begehren in einer Heterowelt und immer wieder (Teenage-)Angst. Um die dichte Storytelling-Erfahrung noch zu intensivieren, brechen die Songs nach hinten immer wieder auf, bleiben dabei aber beim klassischen Songwriting-Repertoire. Ausnahme: Wenn sich im Hit „Partner In Crime“ plötzlich Autotune dazugesellt. Ein unerwarteter Volltreffer! Boygenius-Fans haben außerdem Grund zur Freude: Auf zwei Songs mischen Phoebe Bridgers und Julien Baker im Background mit. Großartig! Julia Köhler

 

 

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