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Der Anfang

Wie Kinder ins Leben starten, ist ein Thema, das alle betrifft.

15.11.21 >

Protokoll: Liv Toerkell
Illustration: Amanda Lobos

Cocoon ist ein Team von fünf Hebammen* – Imogen, Cato, Leo, Kiel und Vanessa. Im Team arbeiten teils selbst Eltern, teils queere und trans Personen, teils Allies. Als Kollektiv betreut Cocoon Familien während der Schwangerschaft, bei Hausgeburten, im Wochenbett und bietet Seminare zu trans- und queersensibler Hebammen*arbeit an. Durch Selbstreflexion, inklusive Sprache und konsensbasiertes Arbeiten möchte das Kollektiv einen diskriminierungssensiblen Raum schaffen.

Wie die Gesundheit von Familien gefördert wird und wie Kinder in ihr Leben starten, sind Fragen, die alle betreffen – reproduktive Arbeit ist immer politisch. Leider wird queeren, trans, inter und nicht-binären Menschen mit Kinderwunsch immer noch oft das Gefühl vermittelt, sie seien eine Abweichung von der Norm und könnten sich nicht auf ihre Körper verlassen. Besonders in der sensiblen Lebensphase des Elternwerdens können heteronormative Rollenmuster wirkmächtig sein. Dagegen möchte das Kollektiv vorgehen. Die Hebammen* fühlen sich dazu verpflichtet, bestehende Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen. Die Klient*innen werden als Individuen betrachtet und dabei wird berücksicht, was sie bereits an Ressourcen, Intuition und Wissen mitbringen.

Missy Magazine 06/21, Banden bilden, Der Anfang
© Amanda Lobos

Zusätzlich zur Schwangerschafts-, Hausgeburts- und Wochenbettbegleitung bietet Cocoon Kurse und Workshops zu Themen wie DIY- Insemination, Geburtsvorbereitung für Queers sowie queer- und transsensible Geburtshilfe für Fachpersonal an. Bei den Kursen wird eine möglichst inklusive Sprache verwendet, Begriffe vermieden, die mit geschlechterspezifischer oder negativer Konnotation behaftet sind, z. B. Muttermilch oder Schamlippen, und die eigene Haltung und Positionierung gemeinsam mit Teilnehmer*innen reflektiert. Ziel der Arbeit ist es, eine queerfeministische, intersektionale und bodypositive Grundhaltung zu schaffen, das Community-Building zwischen Familien zu unterstützen und ein interdisziplinäres Netzwerk von sensiblem medizinischen Fachpersonal zu bilden. Cocoon nutzt Räume in der Casa Kuà – einem Trans, Inter, Queer Community Healthcare Center in Kreuzberg.

Cocoon ist ein Berliner Hebammen*- Kollektiv, das 2019 gegründet wurde. Begleitet werden Menschen während Schwangerschaft, Wochenbett und Hausgeburt. Durch Selbstbestimmung und Aufklärung soll ein diskriminierungssensibler Raum für diese intime Erfahrung geschaffen werden, in dem sich Menschen sicher, unterstützt und verstanden fühlen.

Dieser Text erschien zuerst in Missy 06/21.