Text me to stay in touch!

Der Musiker Helado Negro wandte sich während der Pandemie an die Außenwelt, statt sich zurückzuziehen.

Von Timo Posselt

Eine Ampel, 1800 Einwohner*innen und eine weltbekannte Kunstszene: Das Städtchen Marfa in Texas war während der ersten Covid- 19-Welle die Wahlheimat von Helado Negro.

Der ecuadorianisch-US-amerikanische Musiker war für eine Residency gekommen und blieb, weil die Pandemie zuschlug. Doch statt sich zurückzuziehen, wandte sich Helado Negro an die Außenwelt. In seiner ersten Bandcamp- Nachricht an seine Fans teilte er einen neuen Soundcloud-Mix und wünschte allen Liebe und Ruhe, die eine heftige Woche hatten. Das galt im März 2020 für so ziemlich alle, doch es wurde noch schlimmer. Als die Ansteckungszahlen explodierten und die Aussichten sich verdüsterten, meldete sich Helado Negro noch einmal. Er schickte seine Nummer und schrieb: „Text me to stay in touch!“ Auf dem mitgeschickten Foto quollen seine dunklen Locken unter der Kapuze hervor, der texanische Himmel leuchtete blau und aus dem silbernen Overall strahlte Helado Negro genau das aus, was wir damals am allernötigsten hatten: Zuversicht. Was damals galt, gilt heute auch für sein neues Album.

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