Glücksmaschinen bauen

Ist künstliche Intelligenz nur ein Monster kapitalistischen Wachstums, das uns auffrisst?

Missy Magazine 01/22, Dossier, Glücksmaschinen bauen,
© Juliette Moarbes

Von Luise Meier
Torten von Commie Cakes
Fotos: Juliette Moarbes

Eigentlich weiß niemand so genau, was das sein soll, künstliche Intelligenz. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der Begriff „künstlich“ dient hauptsächlich zur Verschleierung

all der biologischen, ökonomischen und sozialen Prozesse, die in die vermeintlich künstliche Intelligenz verstrickt sind. Durch den Begriff „künstlich“ werden sie unsichtbar gemacht, als käme der Algorithmus aus dem Nichts: die Arbeiter*innen in den Koltanmienen, die Reinigungskräfte in den Co-Working-Spaces, die Köch*innen in den Kantinen, die Kraftwerke, die Energie für die Serverfarmen produzieren, die Lieferfahrer*innen im Schnee, in der Hitze, in den endlosen Treppenhäusern. Hinter den immer noch meist männlichen Programmierergenies oder Eigentümern gigantischer Tech-Konzerne verschwinden Generationen von unbezahlten und schlecht bezahlten, in der Hierarchie niedriger stehenden Mitarbeiter*innen, Vordenker*innen, Lehrer*innen, Sorge- und Erziehungsarbeiter*innen.

Gegen die Unsichtbarmachung hilft die kollektive Intelligenz, also Theoriearbeit und Praxis der Arbeiter*innenbewegung, deren Ziel es war und ist, die verschleierten und verschleiernden Produktionsverhältnisse offenzulegen und zu kritisieren, um…

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