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Liberté, Egalité, Communismé

Kommunist*innen streben eine Gesellschaft an, in der Rassismus und Patriarchat abgeschafft sind.

18.01.22 > Aktivismus

Von Debora Darabi, Lea Pilone und Eleonora Roldán Mendívil
Torten von Commie Cakes
Fotos: Juliette Moarbes

Endlich soll der Paragraf 219a fallen – das kündigte die neue Ampel-Koalition an. Der Paragraf 218 aber bleibt vorerst. Ein halber Erfolg nach jahrzehntelangem feministischen Kampf. Auch in Berlin bildet sich eine neue Regierung: hier statt mit den Liberalen in Koalition mit der Linkspartei. Sie verspricht eine progressive Asylpolitik und möchte damit auf antirassistische Forderungen zugehen. Abschieben wird sie dennoch weiterhin, der „Sachzwang“ der Wahrung nationaler Grenzen macht es nötig – der Preis der Regierungsverantwortung. Gleichzeitig sehen wir auch Rückschritte emanzipatorischer Errungenschaften: In der DDR waren Schwangerschaftsabbrüche bspw. bereits entkriminalisiert und frei zugänglich. Ein Recht, das nach der Wende gekippt wurde. Das

verweist darauf, wie prekär und bedroht jede Errungenschaft unter den Bedingungen des Kapitalismus ist. Kommunist*innen denken Politik aus der Totalität des Verhältnisses von Mensch, Ökonomie und Natur. Kämpfe um konkrete Verbesserungen unseres Lebens sind unabdingbar, ohne einen Horizont der Hinterfragung des gesellschaftlichen und damit ökonomischen Rahmens, in dem wir existieren, können diese Verbesserungen jedoch nur die Missstände kaschieren – nicht abschaffen. Kommunist*innen kämpfen gegen Abschiebungen und treten für reproduktive Rechte ein, doch wollen sie zugleich auch alle Verhältnisse umwerfen, „in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, wie es Karl Marx einst formulierte.

Missy Magazine 01/22, Dossier
© Juliet…