Kannibalismus, hol mich hier raus

„Yellowjackets“ zeigt einen Überlebenskampf und seine Spuren.

14.03.22 > Film & Serien,

Von Franziska Schwarz

1996: Auf dem Weg zur Meisterschaft stürzt das Flugzeug des Highschool-Fußballteams Yellowjackets im Wald ab. Bereits die ersten Minuten der Pilotfolge stellen die Zuschauenden vor vollendete Tatsachen: Nicht alle überleben die 19 Monate in der Wildnis. Die, die es tun, werden permanent von der Vergangenheit eingeholt. Das Erlebte hat die Protagonistinnen zusammengeschweißt, lässt ihnen aber keine Ruhe. Heute sind sie Pflegerinnen, Politikerinnen und Mütter, alle mit Eigenheiten: Shauna tötet auch in der Gegenwart noch Kaninchen, Taissa wird im Schlaf zur Gefahr für ihre Liebsten und Natalie

hat ein Suchtproblem. Die verschiedenen Zeitstränge machen die Charaktere mitsamt ihrer Fehler fassbar.

In der Gegenwart ist es Erpressung, mit der die überlebenden Yellowjackets zu kämpfen haben, in der Vergangenheit der Hunger. Durchgehend steht der Verdacht des Kannibalismus im Raum. Nach zehn Folgen ist die Geschichte noch nicht zu Ende erzählt: Fünf Staffeln hat das Producer-Duo Ashley Lyle und Bart Nickerson („Narcos“) dem US-Network Showtime gepitcht.
„Yellowjackets“ glänzt mit einem fantastischen Cast: Melanie Lynskey („Don’t Look Up“), Christina Ricci, Juliette Lewis – und ihre jüngeren Alter Egos Ella Purnell, Samantha Hanratty, Jasmin Savoy Brown (auch im „Scream“-Reboot zu sehen) und Sophie Thatcher („Star Wars: The Book Of Boba Fett“). Regie führte bei der Pilotfolge Karyn Kusama, die den Sleeper-Hit „Jennifer’s Body“ produziert hat.

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