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Frei sprechen

Warum sollten Frauen und Queers aus islamisch geprägten Gesellschaften nicht kritisch über den Islam sprechen?

09.05.22 > Aktivismus,

Von Mina Khan und Yasmin Fahbod
Illustration: Karina Tungari

Die Kampagne #LetUsTalk fing mit einem Tweet von der umstrittenen iranischen, in den USA lebenden Frauenaktivistin Masih Alinejad an. Sie hatte ein Bild aus ihrer Kindheit mit Zwangsverschleierung neben einem anderen Bild von heute ohne Verschleierung auf Twitter geteilt und dazu geschrieben: „Mir wurde gesagt, wenn ich keinen Hijab trage, fliege ich von der Schule, werde ins Gefängnis geworfen, ausgepeitscht, verprügelt und aus meinem Land vertrieben. Im Westen sagt man mir, dass das Erzählen meiner Geschichte Islamophobie auslösen würde. Ich bin eine Frau aus dem Nahen Osten und ich habe Angst vor der islamistischen Ideologie. Lasst uns reden (LetUsTalk).“ Ihre klare Forderung: „Lasst

uns im Westen über den Hijab und die damit verbundene Unterdrückung sprechen, ohne uns direkt ‚Islamophobie‘ vorzuwerfen.“

Die Debatte um sogenannte Islamophobie in „westlichen Gesellschaften“ entwickelt sich langsam in eine absurde Richtung. Der umstrittene Begriff „Islamophobie“, der ursprünglich die unerklärte pauschalisierte „Angst“ vor allen als Muslim*innen gelesenen Menschen erklären sollte, wird jetzt inflationär benutzt. Mahya Ostovar, Professorin an der Paris School of Business, die auf Twitter unter dem Namen Aghdas Khanoom schreibt, sagte in einem Gespräch für diesen Artikel darüber, wie schwer es ist, zwischen valider Kritik am Islam und „Islamophobie“ zu differenzieren: „Die Kritik am Islam wird in einer Stimmung der progressiven Aktivist*innen im westlichen Kontext, in der sich der Respekt vor Minderheiten zum kulturellen Relativismus verwandelt, noch schwieriger. Dabei leben viele von uns mit großem Trauma, etwa, weil wir jahrelang gezwungen wurden, Hijab zu tragen, und ein …