Generation Hammer

Unsere neue Kolumnistin sagt: Vergesst romantische Beziehungen, esst lieber koreanisch!

Von Vina Yun
Illustration: Jeongkyoung Woo

Ich habe Freund*innen, die allein des Essens wegen nach Korea reisen würden. Im Club der Superfoodies finden sich hauptsächlich Kinder koreanischer Migrant*innen ein, die seit den 1960er-Jahren als „Gastarbeiter*innen“ nach Europa kamen, oder aber solche, die aus Korea hierher adoptiert wurden. Ich selbst gehöre der zweiten Generation (koreanisch: Ise) an, deren Vorstellung darüber, was „Koreanischsein“ ausmacht, eher vage ist, die sich aber umso mehr für koreanisches Essen begeistert. Viele kennen kaum das Herkunftsland ihrer Eltern, haben jedoch stets die aktuellen Foodtrends made in Korea auf dem Radar. Oft

male ich mir aus, was ich in Korea alles wegputzen würde! Ganz oben auf meiner Liste: Jjajangmyeon, Weizennudeln mit einer dicken, süßlich-herzhaften Soße aus fermentierten schwarzen Sojabohnen, gestückeltem Gemüse und Fleisch. Das Rezept kommt eigentlich aus Nordchina und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von chinesischen Einwander*innen in Korea popularisiert. Heute gehört es zu den beliebtesten Gerichten unter Koreaner*innen, die sich Jjajangmyeon typischerweise nach Hause oder ins Büro liefern lassen. Quasi das koreanische Gegenstück zur Pizza Salami, wie Foodbloggerin Sun-Mi Jung von „Miss Seoul Food“ sagt – und mindestens genauso gehaltvoll. Als knackige Beilagen werden meist Danmuji, gelber eingelegter Daikon-Rettich, sowie rohe Zwiebelstücke mit einem Klecks Jjajang-Soße zum Dippen serviert.