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,,Lieber gaymous als famous“

Auf dem Album „Not To Regress“ singt Farce von Mental Health und Crushing, Social Anxiety und queerer Liebe.

11.07.22 > Artikel, Musik

Von Eva Tepest

Als ich mit der Musikerin Veronika König a.k.a. Farce spreche, habe ich PMS und fühle mich unsicher. Es regnet und meine Freundin ist gerade aus Berlin abgereist. Inzwischen ist sie siebenhundert Kilometer entfernt in Wien, da wo auch Farce ist und es zu heiß ist. Farce hat Verständnis. In unserem Gespräch ist sie so offen und souverän wie bei ihrem Konzert, das ich ein paar Tage zuvor in der Berliner Volksbühne gesehen habe. Ich darf die Gesprächskontrolle abgeben und ich lieb’s. Und weil ich keine Musikjournalistin bin, machen wir das, was Farce Popjournalismus nennt – wir reden über theatrale Grundsätze, wieso der queere Vektor Wien-Berlin den Fannypack-Look entwickelt hat und natürlich

über die Definition von Pop.

Elektronik, Trap, Experimental und Rock – alle möglichen Genrezuschreibungen wurden schon an Farce herangetragen. Tatsächlich finden sich unterschiedliche Einflüsse in ihrer Musik. War ihre erste EP „Ich sehe im vorbeifahrenden Auto den Unfall mitvorbeifahren in Zeitlupe und rückwärts“ noch eine im Schlafzimmer produzierte und ziemlich noisy Angelegenheit, finden sich auf „Not To Regress“ etwa Kollaborationen mit der klassisch ausgebildten Soap&Skin, dem Rapper und multidisziplinären Künstler Old Grape God aus Portland und Aether Kombo, einer Dub-Band aus Wien.

Doch für Farce ist klar – sie macht Popmusik. „Die Definition von gutem Pop ist, dass jede Person irgendwo auf der Welt was damit anfangen kann, egal, welcher Herkunft o…

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