Späte Würdigung

Nach dem Sammelband „These Girls“ würdigt „These Girls, Too“ nun weitere musikalische Held*innen seit 1950.

Von Barbara Schulz

Es ist zum Mäusemelken! Wir haben 2022 und auf den Plakaten für die Sommerfestivals findet man mal wieder kaum Frauen. Rock am Ring: 69 Acts, davon acht „mit weiblicher Beteiligung“. Ein Shitstorm im Netz war die Folge, na fein. Komikerin Carolin Kebekus bewies in Köln, dass es auch besser geht. Bei ihrem DCKS- Festival gab’s nur Künstlerinnen, auch die No Angels und Ebow traten auf. 5000 begeisterte Zuschauer*innen feierten – das sollte es öfter geben! Gutes Timing für den Reader „These Girls, Too“, der über 107 Role

Models vorstellt, ihre Geschichten anhand von Anekdoten sowie lexikonartigen Texten erzählt und rührende Bitten enthält, die Künstler*innen zum Himmel noch mal endlich zu würdigen.

Porträt der utorin Juliane Streich, Literaturaufmacher, Missy Magazine 04/22
© Franziska Barth

Z.B. June Tyson, Sängerin, Violinistin, Tänzerin, Choreografin und Kostümdesignerin des Sun Ra Arkestra. Sie wurde eher als „Mutter der Band“ abgetan, so der Text, dabei sei „Sun Ras Werk ohne June Tysons Beitrag kaum vorstellbar, zu präsent sind ihre Person und Stimme als Vermittler seiner afrofuturistischen Idee“. Loleatta Holloway wiederum kennen, wie Vina Yun schreibt, viele als Stimme des ollen Gassenhauers „Ride On Time“ der Eurodance-Combo Black Box. Die ben…