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Der neue Spielfilm „Two“ gibt Anlass, auf Filmnarrative queerer Elternwerdung zu schauen.

Von Franzis Kabisch

Mutterrollen in Filmen gibt es viele: die aufopfernde Mutter, die böse Stiefmutter, die Horrormutter oder die MILF, die Mother I’d Like to Fuck. Lesbische Mütter hingegen finden seltener Eingang in fiktionale Drehbücher, ganz zu schweigen von Lesben, die versuchen, Mutter zu werden. Im Spielfilm „Two“, der nun in den Kinos startet, hat sich die israelische Regisseurin Astar Elkayam dieser Geschichte gewidmet: Wie werden aus „two“, nämlich dem lesbischen Paar Omer und Bar, „three“? Der Film beginnt mit den beiden Frauen im Bett. Omer (Mor Polanuer) und Bar (Agam Schuster) sind sehr verliebt und haben

lustvollen Sex. Nachdem Omer zum Orgasmus kommt, schlägt Bar noch im Liebesrausch vor: „Lass uns ein Baby bekommen!“ Aber da beide cis Frauen sind, reichen Sex und Orgasmen dafür nicht aus. Es folgt: ein Anruf bei der Samenbank, ein Besuch beim Gynäkologen und die Suche nach dem passenden Spender in einer Online-Datenbank. Die beiden Frauen diskutieren: Ist es wichtiger, dass der Samenspender gut aussieht oder denselben Lieblingsfilm hat? Aber der anfängliche Enthusiasmus weicht schon kurz darauf ersten Beziehungskonflikten und Sorgen um die steigenden Kosten. 2500 Schekel, umgerechnet 700 Euro, kostet jede Samenspende von Spender Nr. 132 – und nach mehreren erfolglosen Inseminationen und einer Fehlgeburt wird den beiden klar: Sie brauchen mehr Ausdauer, mehr Geld oder einen anderen Plan.