Von Yori Gagarim

Seit einigen Jahren kursiert das Akronym FLINTA (Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinär, Trans, Agender) auch außerhalb subkultureller Kontexte. Mal, um zu beschreiben, an wen sich gewisse Angebote richten, mal, um patriarchale Ausbeutungsverhältnisse zu benennen. Dabei wird FLINTA oft fälschlicherweise als Synonym für „Frauen“ oder „alle außer cis Männer“ verwendet. Um FLINTA-Räume zu verstehen, kritisieren und nachbessern zu können, ist es jedoch notwendig, auf die Hintergründe und Entstehungsgeschichte dieser Räume in Deutschland einzugehen.

Die ersten Frauenräume wurden in Deutschland in den 1970er-Jahren gegründet. Zu einer Zeit, als sich nach den Stonewall Riots in New York und der Abschaffung des § 175 in der DDR, der Homosexualität unter Strafe stellte (in Westdeutschland dauerte das bis 1994), auch in Deutschland eine neue Schwulen- und Lesbenbewegung formierte.

Sehr schnell gab es innerhalb dieser – damals als „Frauenräume“ bezeichneten – Räume Konflikte. Große Teile der Arbeit wurden zwar von Lesben gemacht, die Räume bekannten sich aber oft nicht zu diesen und verschwiegen sie sogar aktiv. Trotz einer häufigen lesbischen Mehrheit in diesen Räumen wurden unter dem Begriff „Frauen“ – wie auch gesamtgesellschaftlich – hauptsächlich hetero Frauen verstanden. Dies führte dazu, dass viele Frauenräume sich zum Zweck der Sichtbarmachung in „FrauenLesbenRäume“ umbenannten. Im Laufe der folgenden Jahre gab es innerhalb dieser Räume weitere, ähnliche Prozesse, die meist zur gleichen Entscheidung führten: weitere…