„Ich will eigentlich nur auf dem Sofa liegen“

Das Sachbuchdebüt der Soziologin und Missy-Autorin Nadia Shehadeh ist eine Absage an die Girlboss-Kultur.

Von Amina Aziz

Nadia, hat es dich gestresst, ein Buch zu schreiben?
Ja, total! Ich habe keine romantische Vorstellung vom Schreiben undhatte Phasen zwischendrin, wo ich mich gefragt habe, warum ich überhaupt zugesagt habe, ein Buch zu schreiben. Es war eine Herausforderung, aber am Ende war es schön zu sehen, dass etwas gewachsen ist. Leider war es kein gemütliches Schreiben in meinem Arbeitszimmer, obwohl mein Arbeitszimmer echt schön ist.

Du bist die Einzige, der ich sofort glaube, dass dein Arbeitszimmer schön ist, weil ich sehe, was du auf Instagram von deiner Einrichtung postest.
Aber Amina, es hilft nicht. Es ist trotzdem mein Arbeitszimmer. Wenn ich mir einen Nagelsalon einbauen würde und einen Massagestuhl hätte, wäre es etwas anderes. Aber dann käme ich nicht mehr zum Schreiben. Manchmal muss ich mich bescheißen, um ins Arbeiten zu kommen, weil ich eigentlich nur auf dem Sofa liegen, Kekse essen und Fernsehen gucken, mit meinen Freund*innen schreiben oder Besuch bekommen möchte. Das ist megaprivilegiertes Gelaber, wer kriegt schon die Möglichkeit, ein Buch zu schreiben? Aber ich gehe null auf in einer ästhetischen Künstler*innen- oder Autor*innenperson. Arbeit ist Arbeit. Und es gibt privilegierte Jobs, wie Autor*insein.

In deinem Buch „Anti-Girlboss: Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen“ pla…