Porträtaufnahme von Marika Hackman. Die Person putzt sich die Zähne und blickt in die Kamera
Marika Hackmans neues Album „Big Sigh“ erzählt von der entfesselnden Kraft der Musik – und endet mit einem Befreiungsschrei. © Steve Gullick

Der Kreislauf von Schreiben, Aufnehmen, Veröffentlichen und Touren endete bei Marika Hackman immer mit Leere. Lösung: mehr Arbeit. Als dieser Klarkomm-Mechanismus in der Pandemie nicht mehr lief, schrieb Hackman keine Songs mehr. Der Durchbruch kam auf dem Kneipenklo, kurz nachdem die Beschränkungen aufgehoben worden waren. „Ich hatte an diesem Tag zu Hause ein Lied geschrieben und es schnell auf dem Handy aufgenommen“, so Hackman. „Als ich mit Freund*innen was trinken war, ging ich aufs Klo, um ihn mir anzuhören, und stellte fest, dass er ein Knaller war.“ Dieser Song, „Hanging“, wurde zum ersten Stück des neuen Albums „Big Sigh“. Es verarbeitet das Aus einer Beziehung, beginnt

mit einem traurigen Klavier und endet mit verschleppten Grunge-Gitarren und einem vielstimmigen Befreiungsschrei. Diese Gegensätze von Leise und Laut, von Härte und Zartheit zeichnen das Album aus. 

In „Vitamins“ wird Hackmans warmer, müder Gesang von einem klickenden Beat, Klavier und ihrer synthetisch modulierten Stimme begleitet: „Mum says I’m a waste of skin / A sack of shit / And oxygen“. Trost bietet am Ende eine hallende Late-Eighties-Gitarrenwand. „Slime“ ist ein treibender, darker Song, der von Unsicherheit und Begehren in einer neuen Beziehung erzählt. Sehenswert auch das Video dazu: Hackman jagt eine andere Person im Kettenhemd durch den Wald, bis der Kampf ins Zärtliche kippt. Neben „Slime“ ist „No Caffeine“ ein weiterer großer Song auf dem Album. Darin werden zu einem pumpenden Bass Selfcare-Tipps heruntergebetet, um diese dann wortwörtlich mit Pauken und Trompeten in den Wind zu schlagen. 

Als Teenager startete Hackman musikalisch in einer Coverband mit …