Bäuerinnenleben auf der Leinwand
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„Milch ins Feuer“ ist Justine Bauers mehrfach prämiertes Regiedebüt, das den groben und zugleich träumerischen Alltag dreier Generationen von Landwirtinnen zeigt, die gemeinsam auf einem Hof in Baden-Württemberg leben. Zwischen Sommergewittern, Heu und Melkmaschinen schwärmen sie von alten Zeiten, träumen von einer Zukunft jenseits des Patriarchats und stellen sich während der harten
Arbeit in hohenlohischer Mundart (mit Untertiteln) die kleinen und großen Fragen des Lebens.
Die 17-jährige Katinka (Karolin Nothacker)möchte Landwirtin werden so wie ihre Mutter (Johanna Wokalek) und einst ihre Großmutter (Lore Bauer, Großmutter der Regisseurin). Aber so wie es der Brauch eben will, wird ihr Bruder den Familienhof übernehmen. Katinkas einzige Möglichkeit ist, einzuheiraten und die Frau eines anderen Bauern zu werden – was sie ablehnt.
Katinka und ihre Schwestern befinden sich irgendwo auf dem Spektrum zwischen kindlicher Leichtigkeit und Pubertät, ernähren sich überwiegend von der Tomatenernte der Großmutter, und als Ausgleich zur harten Arbeit wird im Fluss gebadet. So ruppig und unbeholfen, wie Emotionen besprochen werden, so poetisch und liebevoll ist das Miteinander zwischen Katinka und ihren Schwestern. Die Tiefe so mancher Gespräche wird mit Pragmatismus –„so isch’s hald“ – oder Humor weggefegt. So werden schwierige Themen nebensächlich in den Alltag m…