Operation Sindoor: Wie Frauen zum Kriegsinstrument werden
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Triggerwarnung: In diesem Text geht es um sexualisierte Gewalt, Mord und Krieg.

wird, der von der Familie des Bräutigams geschenkt wurde. © Sumita Roy Dutta
Am 22. April 2025 wurden 26 Tourist*innen in der von Indien verwalteten Kaschmirregion durch eine wenig bekannte Gruppe namens The Resistance Front, einen Ableger der berüchtigten islamistischen militanten Organisation Lashkar-e-Taiba, getötet. Dies führte zu einem militärischen Konflikt zwischen Indien und Pakistan, wie er seit 1971 nicht mehr stattgefunden hat. Die dreigeteilte Region Kaschmir (ein Teil ist von China besetzt, Anm. d. Red.) ist seit der Unabhängigkeit beider Länder von den britischen
Kolonialherren im Jahr 1947 die Quelle eines schwelenden Konflikts. Sowohl Indien als auch Pakistan beanspruchen die gesamte Region Kaschmir als ihnen zugehörig.
Die Teilung von Indien und Pakistan im Jahr 1947, in deren Folge es zu Massenmigration kam, war von schrecklicher genderspezifischer Gewalt geprägt. Entführungen, Vergewaltigungen und Zwangskonversionen unzähliger Frauen auf beiden Seiten schufen einen brutalen Präzedenzfall und etablierten die Körper von Frauen als umkämpftes Terrain in der nationalen Vorstellung. Die Partition des Subkontinents erfolgte infolge der Forderung von Muslim*innen nach einer eigenen Heimat – aufgrund von Marginalisierung durch die hinduistische Mehrheit. Heute stellen Hindus mit ca. 2,1 Prozent die größte religiöse Minderheit in Pakistan dar, Muslim*innen mit ca. 14,2 Prozent die größte in Indien.
Der Angriff im April dieses Jahres wurde sofort als einer identifiziert, der religiöse Linien zog: Hindus gegen Muslim*innen. Dass die Terroristen hinduistische…