FOTOGRAFIE: HYESOO CHUNG STYLING: HANNI BORMANN CUSTOM PIECES: SEW.AND.RENEW H&M: INSA WAGNER & OLIVIA NWACHUKWU

Hamburg, ein Tag im Mai. Sonnenschein wechselt sich mit Regen ab. Sechs Frauen – sieben inklusive dieser Journalistin – sitzen in einem Eckcafé in St. Pauli. „Wir wohnen alle an dieser Straße“, erzählen sie lachend, „unser Leben spielt sich hier im Umkreis von einem Kilometer ab.“ Die sechs Frauen sind Bangerfabrique, die aktuell wahrscheinlich coolste Rapcrew im deutschsprachigen Raum. Und das, obwohl sie sich mit der deutschen HipHop-Szene nicht wirklich identifizieren und ihre Musik genauso von Clubsounds aus dem US-Süden und Mittelamerika geprägt ist wie von Rap oder Pop. In ihren Texten

geht’s ums „Dumm-Gehen“ im Club, Sex, knappe Outfits, Freundinnenschaft und neuerdings auch um Konsequenzen für Abuser. Aber dazu später mehr.

Bangerfabrique verstehen sich als Kollektiv: nebou, emmamaelo, melle, ROOF, Schwesta Şehra und celia, alle Anfang bis Mitte zwanzig, wollen in der Presse nur ihre Künstlerinnennamen sehen, ihre Bühnenidentität von ihrem Alltagsleben trennen. Sechs Freundinnen, die zwischen Rave, Rap und Reggaeton Musik machen und Partys veranstalten. Sie sitzen im Halbkreis um den winzigen Cafétisch herum. emmamaelo, melle und nebou sind die „schreibenden und rappenden Teile“, wie sie es nennen, ROOF und Schwesta Şehra die DJs und celia managt die Crew. Alle Entscheidungen treffen sie im Kollektiv, inkusive der Texte. Weitere Freund*innen unterstützen sie bei Videoschnitt, Design oder Produktion. Wie nah sie sich sind, merkt man sofort, wenn man mit ihnen zusammensitzt: Es liegt eine Zärtlichkeit im Raum, wenn sie miteinander sprechen, eine physische und mentale Nähe. Si…