Frauenfußball für die Community
Von
Interview: Laura Rivas Kaufmann

Niemand interessiert sich für Frauenfußball? Das war einmal, findet Laura Rivas Kaufmann. Die Fotografin setzt sich seit mehreren Jahren intensiv mit FLINTA-Fankultur im Fußball auseinander und hat jetzt anlässlich der EM in der Schweiz ein Frauenfußball-Magazin mitgegründet. „Frau Müller“ heißt es und wird pünktlich zum ersten Anpfiff erscheinen.
Wieso braucht es ein Frauenfußball Magazin?
Momentan haben die Vereine die Deutungshoheit darüber, was Menschen über Frauenfußball wissen. Von ihnen wird bspw. vertreten, dass sich Frauenfußball finanziell nicht lohnt. „Wir können nicht einfach
allen Spielerinnen die gleichen Löhne wie den Männern zahlen, wenn wir nicht genug Tickets verkaufen. Oder wenn wir keine Sponsoren bekommen“, heißt es von den Vereinen. Oder: „Wir machen Minus, wenn wir ins große Stadion gehen. Es gibt zu wenige Leute, die sich für Frauenfußball interessieren.“ Aber das stimmt nicht.
Wie ist es denn?
Es gibt positive Beispiele von Vereinen, die ihre Frauenmannschaften mutig im großen Stadion spielen lassen. Der Verein BSC Young Boys, dessen Frauenteam dieses Jahr Meisterin in der Schweiz geworden ist, trägt jedes seiner Heimspiele im Stadion aus. Die haben jetzt mit Abstand die besten Zuschauer*innenzahlen der Liga. Zuerst musst du investieren, danach kommt etwas zurück. Es ist für mich absurd, dass bei jedem Scheiß „So ist der Markt“ gesagt wird und bei Frauenfußball gilt das plötzlich nicht mehr.
Wie geht ihr damit um?
Eine Schweizer Nationalspielerin habe ich mal gefragt, was der Unterschied zwischen Fr…