Der Sound von Plastik
Von
Interview: Crystn Hunt Akron

Wie und wann hast du festgestellt, dass Plastik einen Sound hat, der sich aufführen lässt?
Beim ersten Lockdown habe ich gemerkt, wie viel Plastikmüll ich selbst einkaufe. Als ich für eine Woche Biolebensmittel geshoppt habe, hatte ich dadurch die doppelte Menge an Plastik; zehn Sekunden zum Auspacken gebraucht und danach weggeschmissen. Da wurde mir erst bewusst, wie viel Müll ich erzeuge. Dabei fiel mir aber auch auf, dass jedes Plastik einen anderen Sound macht. Ich fand es
spannend, damit zu experimentieren und Klänge zu entdecken – und in weiterer Folge Tracks daraus zu produzieren.
Wie klingt Plastik für dich?
Nach gefühlt fünfhundert verschiedenen Plastikteilen, die ich mühevoll gesampelt habe, richtig scheiße – was bedeutet, dass ich übersensibilisiert und somit völlig übersättigt bin. Aber im Club klingt es richtig stylish!
Wie bringst du diesen Klang live zur Aufführung?
Von den Plastikteilen, die ich an den Stränden der Meere und der Donau zusammen mit Greenpeace gesammelt habe, habe ich im Studio die Plastiksounds aufgenommen, eingespielt und in einem Audioprogramm zu Tracks verarbeitet. Live trete ich mit einem Sampler auf, von dem ich die Sounds abspiele und interaktiv improvisiere. Mein Anspruch war, dass ich die Plastiksounds möglichst so lasse, wie sie klingen, also nicht verfremde. Ich habe lediglich Bässe, Höhen, Mitten angehoben, den Sound gepitcht, Reverb und Delay d…