Eine Person sitzt auf einem gemusterten Sofa, hält ein Smartphone mit roter Hülle in der Hand und blickt auf den Bildschirm. Neben ihr liegen Kissen und eine Decke, im Hintergrund steht eine Lampe.
© Netflix

Contra: Klischeehaft & overwritten
Seit einigen Jahren gibt es eine erstaunliche „Girls“-Renaissance, weil nicht nur Millennials Nostalgie-Rewatches machen, sondern auch Gen Z die Serie für sich entdeckt hat. Und so viel man Lena Dunham in anderen Bereichen vorwerfen kann, eins ist sicher: „Girls“ gehört zu den besten Serien des bisherigen 21. Jahrhunderts. Da kann ihr neuester Wurf „Too Much“ doch nur super werden. Oder?

Leider schafft es Dunham nicht, den edgy Charme von „Girls“ von Brooklyn nach London zu

transportieren. Protagonistin Jess ist das, was man auf Englisch „overwritten“ nennt, klischeehaft, überkandidelt, kindisch. In ihren besseren Momenten gelingt es Megan Stalter, das schwache Drehbuch zu retten, in den schlechteren, gerade wenn ihre Jess an Hannah aus „Girls“ erinnert, werden im Vergleich zu Dunham ihre schauspielerischen Grenzen deutlich.

Die Lovestory mit Indie-Musiker Felix ist nicht gut erzählt (man fiebert nicht mit den Figuren mit, und das ist doch der Sinn einer Rom-Com), und auch sonst strotzt die Serie vor hanebüchenen Situationen, in die sich Jess willentlich begibt, vor Logikfehlern, übertriebenen Storylines, mediokren Schauspielleistungen und schlechten Witzen. „Too Much“ ist vor allem eins: nicht genug. Isabella Caldart

Pro: Ein Fuck You an den Schlankheitswahn 
Lena Dunhams „Girls“ war ein Meisterwerk: Schonungslos ehrlich erzählte die Regisseurin darin von Freundinnenschaft und dem ambivalenten Lebensgefühl von Mil…