Farbige Illustration: Nahaufnahme eines Bauchnabels mit einem Tattoo einer Venusmuschel, mehreren Piercings und dekorativen Schleifen.
© Daria Pasechnik

In einer Folge der 2000er-Serie „Gilmore Girls“ zeigt Lorelai Gilmore ihrer Tochter Rory, wie sie nach der Trennung mit den Sachen ihres Exfreunds umgehen soll: alles nehmen, was an ihn erinnert, und in die „Ex-Boyfriend-Box“ tun. Die Box ganz nach hinten in die Abstellkammer schieben und zack!, aus den Augen, hoffentlich genauso schnell aus dem Sinn.

Ich kenne Leute, die nach einer Trennung richtiggehende Abschiedsrituale zelebrieren. Die eine, indem sie alle (oder zumindest die wichtigsten) Sachen verbrennt. Der andere, indem er die gemeinsam

angeschafften Toys in die Elbe wirft.

Ob das so geil für die Umwelt ist, sei mal dahingestellt, aber als Ritual auf jeden Fall bildstark. Transformativ. 

Was aber mit den digitalen Nudes der Experson machen?

Chats und Bilder einfach zu löschen, kommt mir persönlich brutal vor. Ja, auch brutaler, als sie dem Feuer- oder Wassergrab zuzuführen. Mir fehlt da ein zeitlich langsamer Prozess. Löschen ist blitzschnell und unwiderruflich. Sie auszudrucken, um sie zu verbrennen, fühlt sich für mich allerdings albern an. 

Dann also einfach dort lassen, wo sie sind? Gar in der inneren wie digitalen Spank-Bank, der Masturbationsmaterialsammlung, behalten? Sich rituell zum Abschied zu allen liebsten Bildern noch mal einen Orgasmus verschaffen? Ich kann mir vorstellen, dass das gerade kurz nach der Trennung eine tränenreiche Angelegenheit sein könnte. Andererseits: Wer noch nie beim Sex geheult hat, werfe den ersten Dildo! Aber ist es überhaupt okay, zu den Nacktbildern der*des Ex zu…