Kate Nash in einem rot-weißen Outfit mit Hoodie, stehend in einem Garten oder Park, umgeben von vielen grünen Bäumen, Rasen und einigen roten Blumen.
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Viele träumen davon, mit Musik nicht nur Herzen, sondern auch Konten zu erobern. Immer schon gehört zum Pop auch die Erzählung vom Underdog, der dank Talent und harter Arbeit zum Star wird und dadurch viel Geld verdient. Und heute können wir auf Social Media unsere Lieblinge sogar bei ihrem Aufstieg begleiten. So zeigen Videos aus dem Jahr 2020 Prä-Erfolg-Doechii dabei, wie sie ihren späteren Superhit „Anxiety“ zu Hause auf ihrem Bett sitzend performt. In einem anderen Video teilt sie ihrem Publikum aufgewühlt mit, dass sie am nächsten Tag einfach bei Studios vorbeigehen werde, da sie gerade von ihrem Job gefeuert wurde – mittlerweile  wurde die Rapperin vielfach ausgezeichnet. 

Diese Geschichten sind für viele inspirierend, vor allem wenn sie Menschen sehen, die es schaffen,

künstlerische Integrität und politische Haltung zu verbinden. Doch was kommt nach diesem Erfolg? Was passiert, wenn Major-Labels das Interesse verlieren? Kann man als Indie-Artist weitermachen? Wie geht es dem Pop-Mittelbau, also Menschen, die bekannt und erfolgreich sind, aber in einem kleineren Rahmen? Können die von ihrer Musik leben in Zeiten von Streaming und Wirtschaftskrise? 

Ich treffe Bahar Kızıl in einer Hotellobby in Berlin, 24 Stunden vor ihrem Auftritt auf der großen Bühne des CSD. Kızıl kennen viele von der Girlband Monrose, die 2006 durch die Castingshow „Popstars“ bekannt wurde. Monrose gehört zu den erfolgreichsten deutschen Girlbands, mit Chartplatzierungen und Hunderttausenden verkauften Tonträgern. 2011 lösten sie sich auf. Danach wurde es stiller um Kızıl. Sie versuchte es im Anschluss solo, aber ohne Erfolg. Dann entschied sie sich, an der Abendschule ihr Abitur nachzuholen und Marketing zu studieren. Die Musik ließ sie jedoch nie los. Seit Anfang 2024 ist Kızıl wie…