Sie entstand in den 1970er-Jahren in Harlem, New York, gegründet als widerständige Bewegung und Ermächtigungsort von queeren Schwarzen und Latinx. 1990 erlangte sie durch den Dokumentarfilm „Paris Is Burning“ und durch Madonnas Song „Vogue“ im Pop-Mainstream Aufmerksamkeit. 2018 begeisterte sie dann in der Netflix-Serie „Pose“ und heute ist sie nicht nur in den Tanzstudios der Weltmetropolen, sondern nun auch im deutschen Fernsehen angekommen: die Ballroom-Kultur.
In „House Of Bellevue“ verschlägt es den 19-jährigen bisexuellen und Schwarzen Protagonisten Emm (Ricco-Jarret Boateng) nach Berlin, um dort Teil der Ballroom Community zu werden. Dabei geht es ihm, der in einer weißen Adoptivfamilie in einer ostdeutschen Kleinstadt aufwuchs, um viel mehr als das Voguing: Er möchte sich selbst finden und ausleben, sehnt sich nach einem Ort der Zugehörigkeit.
In sechs Folgen erzählt „House Of Bellevue“ von Emms Ankommen in Berlin und in der Szene, den damit verbundenen Höhen und Tiefen: erste queere Erfahrungen, neue Freund*innenschaften, Community, aber auch Wohnungslosigkeit, Konkurrenz und Enttäuschungen. Dabei glorifiziert die Serie den Ballroom nicht: „Ein Safe Space ist nur eine Illusion“, sagt João (Robin Cadet), ein Mitglied der Community. Auch hier muss alles erkämpft und verhandelt werden. Entsprechend werden auch die realen Konflikte der Szene thematisiert: Emms Idol Lia (Nora Henes), „Mother“ des House of Bellevue, steht mit ihren Tanzkursen etwa f…