Ausschnitt aus einem Gemälde
© Joyce Lee (Ausschnitt)

Diese schrecklichen Momente, als ich dachte, Enzo würde mich umbringen, nur damit er mich losließ und mich gnadenlos durchfickte.“* So lautet eine der Perlen aus dem schwulen Schmöker mit dem ehrlichen Titel „Take Me Apart“ von Brea Alepoú und Skyler Snow.

Dark Romance boomt. In den gewaltvollen Erotica führen psychisch angeknackste Figuren toxische Beziehungen. Viele Bücher sind ungenießbar, weil sie lediglich patriarchale Gewalt potenzieren. Aber könnten kinky Erotica eine wohltuende Salbe für meinen eigenen Knacks sein? 

Ich bin ein Sexual Crip. Eine chronische Erkrankung wegen früher sexueller Gewalt will beim Sex laut mitreden. Und heult auf bei triggernden Praktiken. Deshalb liebäugle ich wohl mit Kink. Wenn ich Hierarchien beim Sex nicht weganalysieren kann, will ich wenigstens damit spielen. Ich erfinde meine eigene Choreografie für den Schmerz. Konsens hat so viel Macht, dass sogar Aggression Spaß machen kann.

In „Take Me Apart“ sieht der Kink so aus: Enzo ist brutaler Top und Tex sein Bottom. Enzo beschreibt es so: „Jemand wie Tex war meine ideale Beute.“* Die gewaltvolle Erotica ist eingewebt in einen generischen Mafiakrimi. Wie „Der Pate“ bei Wish bestellt, nur dass die homo­erotische Spannung – na, warum vögelt ihr nicht einfach, statt euch umzubringen? – hier in die Tat umgesetzt wird. Der Schurke Enzo dominiert Tex, den Cop. (Gefühlt jede zweite schwule Dark Romance handelt von einem dirty Cop.) Tex, der ständig von seinen Vaterkomplexen redet, wird zudem eiskalt von den Mafiosi ausgenutzt. Teile diesen Artikel